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Stockfotos – Schmunzeln erlaubt!

Emilia Clarke von Game of Thrones knöpft sich Stockfotos vor

Unternehmer und Projektverantwortliche nutzen in weiten Teilen Stockfotos vollkommen falsch. Im redaktionellen Bereich können Stockfotos Sinn ergeben, beim Verkauf von Produkten oder der eigenen „Über Uns“ Seite haben die für die breite Masse zugänglichen Bilder im Grunde keine Daseinsberechtigung. Vielmehr ist es ein riesen Fauxpas, wenn auf der „Über Uns“Seite Stockbilder verwendet werden, weil das gekaufte Foto der Sekretärin am Telefon doch alles andere als Vertrauen! Wir wollen authentisch und einzigartig kommunizieren! Eignen sich dafür Stockdatenbanken? Nein, oder?

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Die Werbeindustrie hat diese Entwicklung der Verwendung von Stockfotos unlängst erkannt und veräppelt in kreativen Videos die Branche. Otto ist mit ihrer Hide-The-Pain-Harald-Kampagne ein echter viraler Hit gelungen.

Hide the Pain Harold – Otto setzt auf Kultfigur und nimmt Stockbilder auf die Schippe

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Video: Leider hat Otto selbst das Video bereits vom Netz genommen. Das Internet jedoch vergisst nie :D. Die Kampagne ist ein Lehrstück für Online Marketer. Ich persönlich schaue regelmäßig hinter die Kulissen von solchen Kampagnen. Warum? So lerne ich, wie Viral funktioniert und ich bekomme ein Gefühl dafür. Unsere Kunden haben nicht die Budgets wie Otto, aber es ist doch interessant, wie Werbung auch sein kann.

Mit der Umsetzung der Kampagne hat das Versandhaus Otto die Kreativschmiede Jung von Matt/Saga betraut. Die in Hamburg beheimate Agentur war bereits für den EDEKA Weihnachtsclip #heimkommen und Es rappelt im Karton von Eis.de verantwortlich.

Für Otto wurde Internet-Kultfigur András Arató aus Ungarn eingeflogen. Der gebürtige Elektriker wurde 2010 erstmals als Model für Stockbilder engagiert und sein gequältes Lächeln machte ihn über Nacht zum Star.

Binnen weniger Tage erzielte dieser Spot über 800.000 Aufrufe und wurde zudem tausendfach geteilt und kommentiert. Ein vergleichbares Video vom Versandriesen erreichte in vier Monaten „nur“ zwei Millionen Aufrufe, 599 Kommentare und wurde 2.455 Mal geteilt.

Harold bekommt nicht ohne Grund ein Gaming-Notebook zugestellt. Denn am 21. August 2018 begann die Gamescom. Der Spot selbst wurde im Juli 2018 ausgestrahlt. Otto hat damit zumindest alles richtig gemacht und den Stockfotografen einen Denkzettel verpasst.

Emilia Clark – Für die Vanity Fair zur Traumrolle

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Video: Emilia ist eine meiner absoluten Lieblingsschauspielerin. Die Art und Weise wie sie die Stockfotos aufs Korn nimmt, ist so sympathisch. „It is all in the graph“ – Schaue dir das Video unbedingt an.

Die letzten sechs Episoden Game of Thrones wurden abgedreht und die Serie war ein voller Erfolg. Naja gut – Das Ende von GoT war etwas überraschend 😀 Unterdessen wirkte Emilia Clarke in Filmen, wie Solo – A Star Wars Story, Last Christmas und The Amazing Maurice mit. Für die Vanity Fair versuchte sich die Schauspielerin in einer ganz neuen Rolle – Model für Stockfotos.

Das nicht ganz ernst gemeinte Video kritisiert auf sympathische Art und Weise die einschlägigen Stockdatenbanken. Darin erklärt Emilia worauf es bei den Shootings ankommt und überzeichnet damit die Branche und weist auf die fehlende Authentizität hin. Damit hat sie soooooo recht.

#BadStockPhotosOfMyJob – Twitter ist amüsiert

Der schlechte Ruf der Bilderdatenbanken wird meiner Meinung nach durch sinnfreie Motive befeuert. Unter dem Hashtag BadStockPhotosOfMyJob machen sich Twitternutzer über die Branche und deren Fotografen lustig. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du bei dem einen oder anderen missglückten Bild schmunzeln wirst.

#BadStockPhotosOfMyJob – Daumen hoch für die Geburt

Die Geburt des Kindes ist etwas ganz Besonderes, aber in den seltensten Fällen wird der Arzt mit Daumen hoch vor der gebärenden Mutter sitzen. Vom fehlenden Blut auf dem Bild einmal ganz abgesehen. Alles schön clean.

Bildquelle: Twitter.com

#BadStockPhotosOfMyJob – Ich repariere mal den Computer

Niemand behauptet, dass Frauen keine Computer reparieren können. Doch beim Anblick dieser Stockfotos muss ich daran leider zweifeln. Mal abgesehen von der mehr als fachgerechten Reparatur des PCs, warum trägt die junge Dame auf dem Bild nichts unter ihrer Latzhose?

Bildquelle: Twitter.com

#BadStockPhotosOfMyJob – Wozu braucht der noch den Taschenrechner?

Kennst du einen Programmierer? Also ich kenne Einige, allerdings arbeitet niemand von denen an drei iMacs, zwei MacBooks, einem iPad und zwei iPhones. Hätte ich das gewusst, wäre ich Programmierer geworden.

Bildquelle: Twitter.com

#BadStockPhotosOfMyJob – Das arme Tier

Also hier musste ich echt lachen. Die Herztöne des Frettchens auf dem Bild werden selbstverständlich am Kopf abgehört. Wo auch sonst?

Bildquelle: Twitter.com

#BadStockPhotosOfMyJob – Muscheln im Krankenhaus

Das nächste Bild gehört zu meinen Favoriten. Muschelblasen im Krankenhaus. Kennt jeder von uns. Im Ernst, warum fotografieren Menschen so etwas? Gibt es dafür einen Anwendungsbereich? Ich bin kein Mediziner, aber Muschelblasen :D:D

Bildquelle: Twitter.com

#BadStockPhotosOfMyJob – Du Schlingel

Der glückliche Herr auf dem Foto ist sowohl ein Designer als auch ein Perverser. Während er zeichnet, schaut er sich parallel auf seinem Rechner gerne Bilder von hübschen Frauen an. Dass seine echte Brille auf dem Tisch liegt, hat er wahrscheinlich nicht bemerkt, denn seine aktuelle Brille hat ja keine Gläser. Interessantes Stockfoto.

Bildquelle: Twitter.com

Photoshop-Tuning in Frankreich unter Strafe gestellt

Wir alle wissen, die perfekte Frau oder der perfekte Mann auf einem Bild hat nichts mit der Realität zu tun. Im Nachgang wird eine Nase korrigiert, das Modell schlanker gemacht oder die Haut gestrafft. Letzteres steht zwar in Frankreich nicht unter Strafe, doch bei den restlichen Punkten muss am Bild folgender Hinweis platziert werden: „photographie retouchée“, zu Deutsch „retuschiertes Foto“.

Wer das vergisst, kann mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro belegt werden.

Stockdatenbanken – Wo finden aktuell Veränderungen statt?

Bei den Medienagenturen findet unlängst ein Paradigmenwechsel statt. Der Transformationsprozess ist längst im Gange. Einige Trends möchte ich dir in den nächsten Absätzen erklären.

Stockfotos Trend #1 – Cinemagraphs als Werbeträger

Cinemagraphs sind eigentlich ein alter Hut, denn das Content-Format gibt es bereits seit dem Jahr 2010. Seit einigen Jahren rufen die großen Stockdatenbanken via E-Mail ihre Fotografen dazu auf, vermehrt sogenannte Cinemagraphs hochzuladen. Den detaillierten Artikel zum Thema Cinemagraphs findest du hier!

Stockfotos Trend #2 – Vertikale Videos & Smartphone-Kamera

Wir konsumieren die Inhalte des Internets zunehmend auf dem Smartphone. Bei Videoformaten findet aktuell ein Umdenken statt, denn wie wir wissen wird das Device nun hochkant gehalten. Ein Großteil der Videos wird jedoch im Querformat gefilmt. Außerdem werden viele Videos und Bilder mittlerweile mit dem Smartphone produziert.   

Stockfotos Trend #3 – Qualität

Bilderdatenbanken gibt es wie Sand am Meer. Einige fügen wöchentlich eine Million neue Bilder hinzu. Das führt dazu, dass sich der Nutzer durch hunderten von Seiten klicken muss, um ein passendes Bild aus einer schier endlosen Auswahl zu finden. Der Suchalgorithmus und die Bilder selbst rücken in den Fokus. Zum einen nehmen viele Anbieter nur noch hochwertige Bilder auf und zum anderen entwickeln Programmierer die Suchalgorithmen immer weiter.

Mein Fazit zu den Bilderdatenbanken

Die Branche muss sich neu erfinden. Neben den aufgeführten Nachteilen bietet eine Stockdatenbank auch viele Vorteile. Ich bin der Meinung, dass die Kosten hierfür erheblich gesenkt werden können. Stockbilder gibt es bereits ab zwanzig Cent. Einige Plattformen, wie Unsplash und Pixabay bieten sie sogar kostenlos an.

Kosten für die Auftragsfotografie (Abhängig von den gebuchten Stunden):

  • Fotostudio (Miete, Equipment, Versicherung…): 200 Euro pro Shooting
  • Einkommen Fotograf: 200 Euro pro Shooting
  • Gesamt (Ohne Model): 400 Euro

Wer exotische Motive sucht, wie zum Beispiel ein Bild von einem Löwen oder von einer speziellen Location, wird wohl um eine Datenbank nicht herumkommen. Hinzu kommt der Zeitfaktor. Ein Shooting musst du aufwendig vorbereiten. Für einen einfachen Blogartikel wird sich das in der Regel nicht lohnen. Der Name Stockdatenbank leitet sich übrigens vom Begriff „to stock“ ab, also etwas auf Lager haben.

Wer die Möglichkeit hat, sollte seine eigenen Bilder schießen. Möchstest du dennoch ein Stockfoto verwenden, achte unbedingt auf die Fotost werden. Ansonsten wirst du beim Kunden kein keinen guten Eindruck hinterlassen.

Martin Brosy
Ich bin vielleicht nicht SEO der ersten Stunde, aber zumindest schon seit 2010 mit von der Partie. Seitdem hat sich im Online Marketing viel getan. Google avanciert von Jahr zu Jahr zu einer Suchmaschine, die den Nutzer immer besser versteht. Search Experience Optimization wird komplexer und sollte als Teildisziplin immer mit am Tisch sitzen. Damit ich den Wandel nicht verschlafe und für unsere Kunden adäquat arbeiten kann, halte ich im Jahr weit mehr als zehn Vorträge zu den Themen Online Marketing und Content Distribution, lasse meine Expertise zertifizieren und schreibe regelmäßig hier im MEGA-Magazin. Privat mache ich gerne Ausdauersport, schaue jedes Rennen unserer deutschen Biathleten und bin Papa einer kleinen Tochter.

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