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Backlinks: Der gehasste und unterschätzte Rankingfaktor

Backlinks sind ein TOP-Rankingfaktor

Warum ist Google die beste Suchmaschine der Welt? Weil die Gründer frühzeitig verstanden haben, dass die Qualität der Suchergebnisse höchste Priorität haben muss. Die Backlinks spielen bei der Qualitätsermittlung einer Seite bis heute ein wichtige Rolle. Ich erkläre dir, wieso Backlinks so wichtig für ein gutes Ranking sind und warum du trotzdem eine Menge falsch machen kannst, wenn du dich nicht auskennst. Also aufgepasst! Wir gehen dem immer noch unterschätzten Rankingfaktor gemeinsam auf den Grund…

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Wie Backlinks zu einem Qualitätsfaktor wurden

Laut Definition stellen Backlinks einen Rückverweis von einem Dokument auf ein anderes dar. Man kennt dies aus dem wissenschaftlichen Kontext: Der Backlink ist gewissermaßen ein Verweis auf eine Quelle. Ein Link, der von Website A auf Website B verweist, ist also ein Backlink. Man kann dies nicht nur als Quellennachweis, sondern auch als Empfehlung interpretieren.

Die ersten Suchmaschinen in den 90ern haben lediglich den Text einer Website auf bestimmte Schlüsselwörter hin überprüft. Tauchten die gesuchten Wörter häufig im Text auf, wurde ein Ergebnis als relevant angesehen. Google ging schon früh einen anderen Weg. Man etablierte den PageRank Algorithmus als Kriterium, um die Qualität von Websites zu bestimmen.

Der Algorithmus bewertet (vereinfacht gesagt) eingehende Links auf eine Website als Pluspunkte und ausgehende Links als Minuspunkte. Mit anderen Worten: Eine Seite, die häufig verlinkt wird, scheint sehr interessante Inhalte zu bieten und sollte daher auch in den Ergebnissen der Google-Suche weiter vorne angezeigt werden.

Bild: Jeder Kreis stellt eine Website dar. Je mehr Seiten auf eine andere Seite linken, desto stärker ist sie, was durch die Größe des Kreises dargestellt wird. Links von stärkeren Seiten sind mehr Wert als Links von schwächeren Seiten. Quelle: MEGA

Schnell kamen findige Suchmaschinenoptimierer auf die Idee, den Aufbau von Backlinks zu manipulieren, um Google die Beliebtheit einer Seite vorzutäuschen. Folgende Ideen wurden rasch immer beliebter:

  • Linktausch: Zwei Seiten verlinken sich gegenseitig (ggf. auch im Dreieck, um die Herkunft zu verschleiern). Manche SEOs haben sich ganze Blog- und Website-Netzwerke (sog. PBNs) aufgebaut, um diese Strategie auf die Spitze zu treiben.
  • Spam Links: Durch Spam in Foren, in Blogkommentaren oder auf sonstige Weise wurde versucht, Links im Internet zu verteilen. Bis heute kann man derartige Angebote auf Fiverr oder eBay finden.
  • bezahlte Links: Websites, die viele eingehende Links haben und auf wenig Seiten verlinken, können heutzutage gutes Geld damit verdienen, indem sie gegen Bezahlung auf eine bestimmte Seite verlinken

Diese Formen des Linkaufbaus zählen zu den Black Hat SEO Methoden und sind damit sehr riskant – besonders dann, wenn sie plump umgesetzt werden. Der Google Algorithmus wird immer schlauer und entlarvt derartige Maßnahmen häufig direkt.

Warum nicht jeder Backlink gleich viel wert ist

Quelle: Sandra Matic/Shutterstock.com

Larry Page und Sergey Brin (die Gründer von Google) haben bereits in der Anfangsphase antizipiert, dass es zu Manipulationen des PageRanks kommen wird. Daher wurden frühzeitig “Sicherungsmechanismen” implementiert, die verhindern sollten, dass Backlinks auf unnatürliche Weise aufgebaut werden.

In der Ursprungsformen waren dies folgende Regeln:

  • ausgehende Links senken den PageRank: Damit wurde verhindert, dass Linktausch betrieben wurde, da dieser sowohl die eingehenden als auch die ausgehenden Links in die Höhe treibt.
  • eingehende Links sind unterschiedlich wertvoll: Ein eingehender Link einer Seite mit niedrigem PageRank erhöht den PageRank der verlinkten Seite nur geringfügig.

Obwohl es den PageRank in seiner damaligen Form heutzutage nicht mehr gibt, hat Google diese Grundprinzipien dennoch beibehalten. Inzwischen hast du als Webmaster aber die Möglichkeit, deinen Linkaufbau etwas mehr zu strukturieren und zu managen.

Beispielsweise kannst du eingehende Links von unpopulären oder gar Spam-Seiten in der Google Search Console entwerten, damit diese keinen Schaden anrichten. Dafür musst du eine Liste in einem bestimmten Format hochladen. Du kannst dabei nicht nur einzelne URLs, sondern auch ganze Domains pauschal für ungültig erklären. Wie das genau geht, ist hier auf der offiziellen Seite von Google beschrieben.

Zudem können ausgehende Links mit dem “nofollow”-Attribut versehen werden. Somit sagt man dem Suchmaschinen-Bot, dass dieser einer Verlinkung nicht folgen soll. Lange hieß es, dass “nofollow”-Links keinen positiven Einfluss auf das Ranking haben. Inzwischen ist aber bekannt, dass Google auch “nofollow”-Links beim Crawling berücksichtigt. Allerdings sollte, dass Links ohne dieses Attribut mehr Power haben.

Welche Arten von Backlinks unterschieden werden

Bild: Es gibt viele Arten von Backlinks und ein natürliches Linkprofil zeichnet sich durch Vielfältigkeit aus. Wenn alle Backlinks ähnlich sind, wirkt das verdächtig. Quelle: MEGA

Ich habe dir schon vom “nofollow”-Attribut erzählt und dass dieser kleine Code-Schnipsel die Wirksamkeit eines Backlinks für die Suchmaschinenoptimierung stark einschränken kann. In der folgenden Tabelle sind noch viele weitere Arten von Backlinks aufgeführt, die es zu unterscheiden gilt.

Ich erkläre dir auch, mit welchem Attribut sie laut Google-Richtlinien ausgezeichnet werden sollten. Seit 2020 gibt es mit “sponsored” (für bezahlte Links) und “ugc” (für user-generated Content) zwei neue Kategorien. Diese funktionieren ähnlich, wie “nofollow” geben aber noch ein bisschen mehr Aufschluss über die Gründe dafür, wieso einem Link nicht gefolgt werden soll.

BacklinkartBeispiel(e)korrekte Auszeichnung
earned Backlinkfreiwillige Verlinkung durch einen fremden Webmasterkeine oder “nofollow”
paid Backlinkbezahlte Verlinkung auf einer fremden Website (z.B. in einem digitalen Magazin)“sponsored”
self-placed Backlinkselbst abgegebener Blogkommentar oder Foreneintrag mit einem Link zur eigenen Website“ugc”
owned Backlinkselbst platzierter Link auf eigenem Google My Business, LinkedIn & Cokeine (ist aber meist mit “nofollow” markiert)

Wünschenswerte Backlinks werden manchmal auch als “Dofollow”-Links bezeichnet. Eigentlich gibt es aber keine “Dofollow”-Links, weil es kein entsprechendes Attribut gibt. Ein “Dofollow”-Link ist also ein Link ohne ein ergänzendes Attribut.

Diese Qualitätskriterien beeinflussen die Power eines Backlinks

Die Bewertung von Backlinks hat sich längst weiterentwickelt. Google ist inzwischen sehr gut dazu in der Lage, die Natürlichkeit eines Links zu überprüfen und lässt dabei viele Kriterien mit einfließen. Dazu zählen unter anderem:

  • Ankertext: Links können als URL ausgeschrieben oder hinter einem Anker, versteckt werden. Heutzutage integriert man Links häufig in den Fließtext, um z.B. Quellen zu verlinken, weiterführende Informationen anzubieten und Aussagen zu untermauern.
  • thematisches Umfeld: Google erkennt mittlerweile, welche thematische Ausrichtung eine Website hat. Ein Link von einem Genießer-Magazin auf eine Wein-Website wirkt daher viel natürlicher als ein Link von einem Kindergarten auf einen Erotik-Shop.
  • Autorität der verlinkenden Seite: Es gibt unzählige SEO-KPIs mit denen man die Autorität der verlinkenden Seite bestimmen kann (u.a. Domain Authority, Page Authority, Trust Flow & Co). Welche Kennzahl am Ende die passende ist kann man nicht so genau sagen. Auf jeden Fall gilt aber, dass ein Link einer großen und vertrauenswürdigen Seite viel mehr Power hat als der Link eines unbekannten Magazins.
  • Traffic über den Link: Wie gut ein Link ist, interpretiert Google auch über den Traffic, der mit einem Link erzeugt wird. Ist dieser hoch, kann man von einem klaren Qualitätskriterium sprechen. Da inzwischen fast jede Website Google Analytics verwendet, könnte Google sogar nachvollziehen, wie sich die User auf der Zielseite verhalten. Offiziell wird dies aber (noch) nicht gemacht.

Häufig wird unterschätzt, wie wichtig der thematische Fit eines Backlinks ist. Ein Backlink einer Seite, die in deiner Nische extrem anerkannt ist, kann viel mehr Power entfachen als ein Backlink einer themenoffenen Seite.

Immer noch unterschätzt: Wie wichtig sind Backlinks heute für SEO?

In der Überschrift habe ich schon davon gesprochen, dass Backlinks ein gehasster und unterschätzter Rankingfaktor sind. Warum werden Backlinks oftmals so stiefmütterlich behandelt? Weil es verdammt schwierig ist gute Backlinks aufzubauen…

Viele SEOs werden dir immer erzählen, dass guter Content der beste Weg sei, um auf natürliche Weise Links zu generieren. Das stimmt nur bedingt. Es ist natürlich die Traumvorstellung, dass wir einen super informativen Beitrag ins Internet stellen und dieser sich viral verbreitet und auch von großen Medien aufgegriffen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist aber wohl leider sehr gering!

Dazu kommt noch, dass es immer einen Konkurrenten geben wird, der seinen Linkaufbau künstlich antreibt und mit schlechteren Inhalten vor dir platziert sein wird. Wenn es das ist, was du willst, musst du nicht mehr weiter lesen.

Aber natürlich möchtest du die Spitzenpositionen ergattern! Und deshalb lautet das Erfolgsrezept: Die besten Inhalte anbieten, die Performance der Website maximieren und mit handverlesenen Links den entscheidenden Booster für Top-Rankings zünden.

Es ist möglich, gute Platzierungen in den Suchergebnissen auch ohne Backlinks zu erzielen. Aber du wirst garantiert besser abschneiden, wenn du nicht nur guten Content auf deiner Seite hast, sondern auch noch viele starke Links auf deine Website verweisen.

Ein zielgerichteter Linkaufbau zeichnet sich heute durch diese Erfolgskriterien aus:

  • seriöses & glaubwürdiges Umfeld: Achte darauf, dass die verlinkende Seite seriös ist und den Link in einem thematisch relevanten Umfeld einbindet. Besonders gut funktioniert es, wenn deine Website als Quelle für eine Aussage im Text dient oder weiterführende Infos bietet.
  • ausgewogene Ankertexte: Wenn jeder Link auf deinen Firmennamen oder gar dein wichtigstes Keyword optimiert ist, wirkt das sehr verdächtig. Wenn du ein breites Linkportfolio hast, sollten deine Ankertexte variieren.
  • echter Traffic: Tote Links bringen dich nicht mehr wirklich voran. Natürlich können nicht über jeden Link täglich tausende Besucher auf deine Seite finden. Aber je höher der Traffic über einen Link ausfällt, desto wertvoller wird er für dich.

Natürlich wirst du immer alles daran setzen, einen Link ohne Markierung von einer Website zu erhalten, damit dieser auch wirklich in die Wertung eingeht. Bei trafficstarken Seiten kannst du dich aber durchaus auch mal mit einem “nofollow”-Link zufrieden geben.

Es ist ohnehin natürlich, wenn ein gewisser Teil deiner Links “nofollow” (bzw. “sponsored” und “ugc”) ist. Außerdem kann der Traffic manchmal genauso wertvoll sein, wie ein guter Link. Google erkennt, dass Nutzer deine Seite intensiv nutzen und das pusht sie ebenfalls!

Warum haben alle Angst davor, Backlinks zu kaufen?

Eine Abstrafung von Google zu erhalten – davor fürchtet sich wohl jeder Seitenbetreiber. Und wenn man den offiziellen Aussagen Glauben schenken darf, ist der Kauf von Backlinks als besonders kritisch anzusehen.

Was zeigt uns das?

#1: Backlinks sind verdammt wichtig für ein gutes Ranking, denn sonst würde Google nicht so vehement versuchen, einen unnatürlichen Linkaufbau zu blockieren.

#2: Wenn man plumpen Linkaufbau betreibt, kann man sich (wenn es schlecht läuft) direkt aus dem Google-Index verabschieden – oder zumindest von der ersten Seite der Suchergebnisse.

Sollte man also Angst davor haben, Backlinks zu kaufen? Nein! Aber man sollte definitiv nicht am falschen Ende sparen und vor allem den Nutzen für den User in den Vordergrund stellen.

Google möchte, dass du deine Seite bekannter machst. Auch bezahlte Backlinks sind nicht grundsätzlich verboten. Dafür wurde extra das “sponsored”-Attribut eingeführt, das allerdings den Wert eines Links drastisch reduziert. Möchtest du einen Link ohne ein “sponsored”-Attribut, muss dieser Qualität haben und Mehrwert bieten. Außerdem darf der Eindruck nicht als “Gastartikel” oder “Sponsored Post” bezeichnet werden, sonst kann es zu Abstrafungen kommen.

Nehmen wir einmal an, dass du die Möglichkeit hast, einen Gastartikel auf einer großen Fachzeitschrift zu veröffentlichen. Innerhalb dieses Gastartikels fügst du einen Link auf deine Website ein, der zu einer Case Study von dir führt. Das stellt echten Mehrwert für den Leser dar. Somit handelt es sich durchaus um einen wünschenswerten Link.

Okay. Wenn man ganz streng ist, dann handelt es sich hierbei auch um einen gekauften Link, denn ein anderer Autor wäre vielleicht nicht auf die Idee gekommen, deine Seite zu verlinken.

Aber: Der Link ist kein Spam, er passt zum Thema und er hätte auf natürliche Weise zustande kommen können. Wenn diese Aspekte erfüllt sind und der Link dir zudem noch Traffic bringt, hast du einen wertvollen Backlink geschaffen. Dieser muss jedoch richtlinienkonform als “nofollow” bzw. “sponsored” gekennzeichnet werden.

Links ohne diese Attribute dürfen grundsätzlich nur dann gesetzt werden, wenn der Text ohne Gegenleistung entstanden ist. Wenn du das Risiko eingehen möchtest, solltest du zumindest darauf achten, dass man nicht erkennen kann, ob es sich um einen Gastartikel oder einen redaktionellen Beitrag handelt.

Die Linkpower auf der Seite clever managen

Viele SEOs werden dir empfehlen, Backlinks auf deine Startseite verweisen zu lassen oder auf andere Zielseiten, die direkt im Ranking verbessert werden sollen. Problematisch hierbei ist jedoch, dass diese Seiten es oftmals gar nicht wert sind, verlinkt zu werden. Ist der Content auf diesen Seiten sehr dünn, hätte ein Webmaster eigentlich gar keinen Grund dazu, auf die Seiten zu verlinken. Es sei denn es handelt sich um Werbung, aber das wollen wir ja nicht!

Ein möglicher Workaround besteht darin, hochwertige Content-Pages zu kreieren, die sehr informativ sind und z.B. ein fachliches Thema in einem Lexikonartikel behandeln. Dieser Content hat das Potential, jede Menge Links zu generieren und es wirkt natürlich, wenn andere Seiten auf ihn verlinken und ihn als Quelle angeben.

Um die Linkpower auf die gewünschten Seiten zu bekommen muss jetzt mit internen Verlinkungen gearbeitet werden, damit die Zielseiten von den eingehenden Links ebenfalls profitieren. Manche SEOs sprechen hierbei vom sogenannten “Linkjuice”, der sich über alle internen Links auf die Unterseiten verteilt.

Es wirkt sehr natürlich, wenn deine Backlinks nicht alle auf die Startseite verweisen, sondern deine Website über ein vielfältiges Linkprofil verfügt. Über geschickte interne Verlinkungen kannst du dennoch dafür sorgen, dass die Power dort landet, wo du sie brauchst.

Fazit zu Backlinks als Rankingfaktor

Ich hoffe, dass ich dir vermitteln konnte, wieso Backlinks auch heute noch ein unfassbar wichtiger Rankingfaktor bleiben. Der seriöse Linkaufbau ist eine echte Herausforderung – keine Frage. Doch wenn du konsequent auf Qualität achtest, bist du auf der sicheren Seite. Dann musst du auch keine Angst davor haben, Backlinks zu kaufen. Denn seriöser Linkaufbau ist weit davon entfernt, spammy zu sein und liefert dem User einen Mehrwert.

Du solltest allerdings auf keinen Fall schwach werden, wenn du besonders günstige Links angeboten bekommst oder eine Möglichkeit siehst, um automatisiert Verlinkungen zu generieren. Ein guter Backlink im Sinne von Google ist immer eine Verlinkung, der eine Art Empfehlung oder ein Quellennachweis zugrunde liegt. So etwas gibt es nicht von der Stange, sondern es bedarf einer durchdachten Strategie.

Martin Brosy
Ich bin vielleicht nicht SEO der ersten Stunde, aber zumindest schon seit 2010 mit von der Partie. Seitdem hat sich im Online Marketing viel getan. Google avanciert von Jahr zu Jahr zu einer Suchmaschine, die den Nutzer immer besser versteht. Search Experience Optimization wird komplexer und sollte als Teildisziplin immer mit am Tisch sitzen. Damit ich den Wandel nicht verschlafe und für unsere Kunden adäquat arbeiten kann, halte ich im Jahr weit mehr als zehn Vorträge zu den Themen Online Marketing und Content Distribution, lasse meine Expertise zertifizieren und schreibe regelmäßig hier im MEGA-Magazin. Privat mache ich gerne Ausdauersport, schaue jedes Rennen unserer deutschen Biathleten und bin Papa einer kleinen Tochter.