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Local SEO: Wie du mit einer Stunde Arbeit lokale Kunden anziehst

53% der Smartphone-Nutzer suchen nach der Wegbeschreibung!

Hättest du gewusst, dass inzwischen 30% der mobilen Suchanfragen auf Google einen lokalen Bezug haben? Gibt man einen Suchbegriff ein, taucht in der Autovervollständigung fast immer der Name der eigenen Stadt auf. Google hat begriffen, dass User sehr häufig nach regionalen Angeboten suchen. Darauf sind die Suchergebnisse mittlerweile perfekt angepasst.

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Video: Achtung!!! Das Video zum Thema Local SEO ist extrem umfangreich und richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene. Ich spreche für das Video eine Empfehlung aus. Nutze aber bitte die Sprungmarken in der Youtube-Beschreibung, wenn dir einige Dinge zu sehr in die Tiefe gehen. Ich habe in der Youtube-Beschreibung dafür extra die Hinweise eingefügt, für wen sich welcher Abschnitt eignet: Anfänger oder Fortgeschrittene. In dem Video findest du auch deutlich mehr Tipps, als ich hier im Artikel abgehandel. Es lohnt sich also dreifach.

Du hast die Möglichkeit, durch gezieltes Local SEO deine Auffindbarkeit bei Google zu lokalen Suchanfragen deutlich zu erhöhen. Ich erkläre dir, was du über die lokale Suche wissen solltest und welche Hausaufgaben du erledigen musst, damit du möglichst viel Aufmerksamkeit auf dich ziehst. Bist du bereit für mehr Kunden aus deiner Umgebung?

Wie sehen lokale Suchergebnisse aus?

Zunächst einmal möchte ich dir erklären, was die lokale Suche bei Google eigentlich umfasst. Ganz grundsätzlich lässt sich die Gesamtzahl an lokalen Suchanfragen in zwei verschiedene Gruppen aufspalten:

  • die “echte” lokale Suche
  • lokal ausgespielte Keywords

Die “echte” lokale Suche führen User durch, indem sie z.B. nach “Schuhgeschäft Hamburg” oder “Werkstatt Mannheim” suchen. Google weiß, dass der Kunde explizit auf der Suche nach lokalen Geschäften ist und zeigt daher direkt das bekannte Map-Snippet (auch als Local Pack bekannt) an. Es ist möglich, mit der gleichen Seite sowohl im Local Pack, als auch in der organischen Suche berücksichtigt zu werden. Gleichzeitig.

Dann gibt es noch lokal ausgespielte Keywords, bei denen der User nicht den Namen einer Stadt mit in die Suchanfrage aufnimmt. Trotzdem führen diese Ergebnisse zu (teilweise) lokalen Ergebnissen, weil Google gelernt hat, dass die User meistens an Angeboten in ihrer Umgebung interessiert sind, wenn sie eine solche Anfrage stellen.

Ich zeige dir als nächstes, wie die lokalen Suchergebnisseiten aussehen, wenn man zwei sehr ähnliche Anfragen tätigt. Dann kommen wir der Local SEO Optimierung schon ein bisschen näher auf die Spur.

Bild: So sehen lokale Suchergebnisse aus. Der erste klassische organische Treffer kommt erst weit unterhalb des Local Packs. Quelle: Screenshot (Google-Suche)

Es ist wenig verwunderlich, dass uns die Suchanfrage “Schuhgeschäft Hamburg” enorm viele Treffer in der lokalen Umgebung zeigt. Was du zudem nicht wissen kannst: Der erste Treffer (Aktiv Schuh Hamburg) war ganz in der Nähe von mir als ich diesen Artikel geschrieben habe.

Gibt man hingegen nur “Schuhgeschäft” bei Google ein, stellen sich die Ergebnisse etwas anders dar. Da ich mich beim Verfassen des Artikels in Hamburg befand, werden mir weiterhin Hamburger Ergebnisse angezeigt. Doch es tauchen nicht die gleichen Seiten auf.

Bild: Es werden immer noch viele lokale Treffer angezeigt. Aber auf Platz 1 der klassischen organischen Suche steht kein regionaler Anbieter. Quelle: Screenshot (Google-Suche)

Wir lernen aus diesem Experiment gleich ein paar wichtige Dinge, die wir bei der Local SEO Optimierung immer im Hinterkopf haben müssen:

  1. Nicht nur Suchanfragen mit einer Ortsangabe führen zu lokalen Suchergebnissen. Google kennt deinen Standort und wird darauf basierend auch dann lokale Ergebnisse zeigen, wenn es aus Sicht des Algorithmus plausibel ist.
  2. Die Ergebnisse der lokalen Suche hängen stark davon ab, wo du dich gerade befindest. Wir beide können die gleiche Anfrage tätigen, doch bei dir werden die Ergebnisse ganz anders als bei mir aussehen.
  3. Der erste klassische organische Treffer kommt bei lokalen Suchanfragen erst sehr weit unten. Daher sollte es das oberste Ziel sein, im Local Pack angezeigt zu werden.

Die Lokale Suche wurde 2007 eingeführt und versucht eine standortbezogene Suche mit einem lokalen und individuellen Suchergebnis zu beantworten. Die lokale Suche eignet sich besonders für Friseure, Restaurants, Kinos, Dienstleister mit lokaler Kundschaft und den stationären Einzelhandel.

Warum die lokale Suche so wichtig für dein Business ist

Seit Jahren mahnt Google die Webmaster an, die Webseiten mobilefreundlich zu gestalten. Bereits seit 2016 wurde „Mobilefreundlichkeit“ zum Rankingfaktor. In diesem Jahr (2021) lautet das Stichwort Mobile-First-Indexing. Der Index wird zum primären Index. Konkret heißt das, dass Google deine Rankings mit Hilfe des mobile Crawlers ermittelt. Deine Seite kann noch so gut für Desktop optimiert worden sein, wenn die Website mit dem Smartphone nicht nutzbar ist, bringt es dir nichts.

Die Boston Consulting Group hat für 2020 eine interessante Schätzung abgegeben. Die These: Bis 2020 werden 70% aller Suchanfragen von mobilen Endgeräten ausgeführt. Ergo – Das Smartphone ist extrem wichtig geworden und ist nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Wie schlage ich nun die Brücke zur lokalen Suche?

Wie ich bereits Eingangs geschrieben habe, beziehen sich dreißig Prozent aller mobilen Suchanfragen auf einen Standort. 76% der Nutzer mit einem Smartphone besuchen innerhalb eines Tages das lokale Geschäft und 28% davon kaufen auch etwas. Es wird noch interessanter. 54% der mobile User suchen nach den Geschäftszeiten und 53% nach der Wegbeschreibung. Zu diesen Ergebnissen kommt das Software-Unternehmen ahrefs.

Die Zahlen, die ich dir jetzt hier aufgelistet habe, sind die Antwort auf das „Warum?“. Dir entgeht einfach wertvoller Traffic, wenn du in der lokalen Suche nicht gelistet oder auf den hinteren Plätzen zu finden bist.

Was ist Local SEO?

Die Frage ist mit dem Vorwissen von dir schnell beantwortet. Wir wissen jetzt was die lokale Suche ist und warum diese für dein Geschäft entscheidend sein kann. Die nächsten Absätze behandeln diverse Möglichkeiten, dein Ranking in der lokalen Suche zu pushen. Die Summe dieser Maßnahmen werden als Local SEO bezeichnet.

Local SEO umfasst verschiedene Maßnahmen, um die lokalen Rankingfaktoren zu deinen Gunsten zu beeinflussen. Bei erfolgreicher Durchführung wirst du innerhalb des Local Packs (lokale Suche) deine Rankingpositionen verbessern können.

Die Hausaufgaben für erfolgreiche lokale Suchmaschinenoptimierung

Bild: Erledige deine Hausaufgaben, um die Basis für eine erfolgreiche lokale Suchmaschinenoptimierung zu schaffen. Quelle: MEGA

Local SEO ist in erster Linie eine echte Fleißaufgabe, deshalb nenne ich meine Tipps, die ich dir im Folgenden geben werde auch “Hausaufgaben”. Es ist nicht besonders schwierig und sogar (abgesehen vom Zeitaufwand) kostenlos, sich eine gute Ausgangslage zu verschaffen.

Aber wenn du zu faul bist, verschenkst du eine ganze Menge Ranking-Potential. Du kannst dir sicher sein, dass deine Konkurrenten sich diese Chance nicht durch die Lappen gehen lassen werden…

Die Kernfrage lautet: „Warum ranke ich im Local Pack nicht auf den vorderen Plätzen?

Hausaufgabe #1: Eintrag bei Google My Business

Bild: Dashboard von Google My Business. In der linken Navigationsseite findest du sämtliche Punkte, die du anpassen kannst. Außerdem findest du im Dashboard auch die Anzahl der Aufrufe deines Profils und die Anzahl der Suchanfragen. Also wie oft wurde nach deinem Unternehmen in Google gesucht. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Die absolute Basis für dein lokales Ranking bei Google ist der Eintrag bei Google My Business (GMB). Bei GMB handelt es sich um eine Plattform von Google selbst, um dein Unternehmen zu präsentieren. Suchen Kunden explizit nach deinem Unternehmensnamen, bekommen sie die typische GMB-Box auf der rechten Seite angezeigt.

Gleichzeitig ist GMB aber auch eine Schnittstelle, über die Google Zugriff auf wichtige Daten hat, die du oder deine Kunden rund um dein Unternehmen hinterlegen. Manchmal wird dir in diesem Zusammenhang der Begriff NAP (für: Name, Address & Phone) begegnen. Doch tatsächlich ist die Datenbasis, die Google nutzt, viel breiter.

Das sind die wichtigsten Daten, die beim GMB hinterlegt werden:

  • Name
  • Branche / Kategorie
  • Anschrift
  • Öffnungszeiten
  • Kontaktdaten (u.a. Telefon)
  • Bewertungen
  • Fragen & Antworten
  • Bilder, Videos, News & Co

Sorge dafür, dass dein GMB-Profil ordentlich gepflegt und auf dem aktuellen Stand ist. Was du hier eingibst, ist die Basis dafür, was Google später in der Map anzeigt. Versuche deine Kunden dazu zu bringen, Bewertungen abzugeben. Denn wie du schon gesehen hast, werden auch diese angeführt.

Sobald wir die Hausaufgaben (Rankingfaktoren) besprochen haben, werde ich dir genau zeigen, wie du dein Google My Business Eintrag anlegst. Der Zeitaufwand ist gemessen am Impact gering. Du wirst mit deinem Eintrag neue Kunden generieren. Da bin ich mir ziemlich sicher.

Infografik-Quelle: Mega

Hausaufgabe #2: Local Citations als Nachweis für Google

Damit Google wirklich sicher sein kann, dass dein Unternehmen am angegebenen Standort existiert und vertrauenswürdig ist, benötigst du sogenannte Local Citations. Dabei handelt es sich im weitesten Sinne um Backlinks.

Allerdings ist der Link nicht der primäre Grund, warum du Local Citations aufbauen solltest. Es geht um die Erwähnung (Citation) deines Firmennamens im Zusammenhang mit der Adresse (Local). Auch Bewertungen und Keywords auf solchen Seiten können eine Rolle spielen.

Quellen für Local Citations sind:

  • deine eigene Website
  • Branchenbücher
  • Webverzeichnisse
  • Zeitungen

Besonders bekannt und wertvoll ist zum Beispiel das PRINZ Magazin. Dieses wird von Google sogar mit einem eigenen Snippet gefeatured. Aber auch Local Citations von kleineren Seiten können dabei helfen, deine Reputation zu steigern.

Ich möchte dir hier Pylot.de empfehlen. Der Dienstleister trägt dich für wenig Geld in über vierzig Branchenverzeichnisse ein. Manche mit Backlink und einige ohne Backlink (Citation).

Hausaufgabe #3: Frischer Content & smarte Landingpages

Was für die normale Suchmaschinenoptimierung gilt, ist auch bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung hoch relevant: Google steht auf guten Content! Daher solltest du deinen Besuchern möglichst viele und interessante Inhalte anbieten. Konzentriere dich dabei nicht nur auf deine eigene Website, sondern schreibe auch mal News, die exklusiv für Google My Business bestimmt sind.

Deine Website sollte responsive (mobilefreundlich) sein und die Grundlagen der Onpage-Optimierung sollten ebenfalls umgesetzt worden sein.

  • Title
  • Meta-Description
  • H1- & Zwischenüberschriften
  • Ladezeiten
  • Interne Verlinkung
  • Contentformate wie Cinemagraphs
  • Bildoptimierung

Auch die (lokale) Landingpage deines Unternehmens sollte natürlich nach allen Regeln der SEO-Kunst optimiert sein. Hier geht es nicht nur um Keywords, sondern vor allen Dingen um die Nutzererfahrung. Gib deinen Besuchern einen Grund, auf deiner Seite zu bleiben und schaffe Möglichkeiten, um eine Aktion durchzuführen.

Beispiel gefällig? Wenn du ein Restaurant betreibst, solltest du nicht nur eine Seite mit deinen Öffnungszeiten ins Netz stellen. Das ist zwar recht hilfreich, aber aus SEO-Sicht verschenkst du dadurch eine Menge Potential. Die User klicken nämlich nur einmal deine Seite an und verlassen sie gleich wieder.

Besser ist es, wenn du die Möglichkeit anbietest, dass sich User die Speisekarte herunterladen oder direkt einen Tisch reservieren können. Jede Handlung, welche die Nutzer auf deiner Seite durchführen, ist ein wichtiges Signal, das dein lokales Ranking verbessern kann.

Wenn du keine Website hast, zeige ich dir nachher, wie du mit Google My Business spielend einfach eine eigene Website bauen kannst. Ohne HTML-Kenntnisse und ohne eine eigene Domain registriert zu haben. Klingt das nicht gut. Einige verteufeln die Suchmaschine, aber bei diesen Funktionen wird klar, dass Google sehr viel tut, den lokalen Einzelhandel und die lokalen Dienstleister in der Digitalisierung zu unterstützen.

Google möchte dem User immer den größten Nutzen bieten. Und ein Restaurant, das nicht einmal eine Speisekarte online verfügbar hat und keine Option zum Reservieren bietet, wird diesem Anspruch nicht gerecht. Denke anspruchsvoll, dann wirst du Google zufriedenstellen!

Hausaufgabe #4: Brauche ich Backlinks für Local SEO?

In einem anderen Artikel habe ich dir schon erklärt, wie wichtig Backlinks für das Google-Ranking sind. Auch bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung tickt der Algorithmus ähnlich: Backlinks sind Empfehlungen und damit ein positives Signal.

Aber! Wie immer gilt, dass du auch entsprechende Inhalte anbietest, die es sich zu verlinken lohnt. Diese sogenannten “Linkable Assets” können für einen Friseursalon Haarpflege-Tipps sein, für eine Bar kann man auf Cocktailrezepte setzen und eine Auto-Werkstatt kann dir erklären, worauf es bei der TÜV-Zulassung wirklich ankommt. Solche Inhalte können glaubwürdig Backlinks einsammeln, die wiederum eine Landingpage stärken.

Findest du einen natürlichen Weg, um eine Zielseite (z.B. die Buchungsseite) direkt zu verlinken, spricht natürlich auch nichts dagegen. Hier unterscheidet sich die lokale Suchmaschinenoptimierung nicht großartig von klassischer SEO. Am Ende geht es ja auch um die gleiche Suchmaschine und Google legt nicht auf einmal komplett andere Maßstäbe an.

Versuche autoritäre Backlinks mit einem regionalen Bezug zu ergattern. Was einen autoritären Backlink auszeichnet, habe ich dir in unserem Artikel zum Thema Linkbuildingmetriken zusammengetragen.

Folgende Backlinkquellen kann ich dir für dein Local SEO empfehlen:

  • Branchenverzeichnisse
  • Zeitungen aus der Region oder thematisch passende Zeitungen
  • Lokale Verbände
  • Lokale Partner

Wenn du überwiegend für lokale Suchanfragen ranken möchtest, solltest du auch anstreben, dass du bei externen Verlinkungen mit deinem Standort im Ankertext verlinkt wirst. In einem anderen Artikel kannst du nochmal nachlesen, wieso optimierte Ankertexte so wichtig sind.

Hausaufgabe #5: Keyword + Ortsname/Einzugsgebiet

Deine Website als Rankingfaktor haben wir bereits besprochen. Ich möchte noch einige Worte zur standortbezogenen Keywordoptimierung verlieren.

Versuche auf deiner Website die relevanten Keywords plus deinen Ort und/oder dein Einzugsgebiet zu erwähnen. Solltest du in Hamburg aktiv sein und auch Kunden aus Hannover bedienen, dann muss das Wort „Hannover“ ebenfalls auf deiner Website vorkommen.

Mögliche Keywordkombinationen:

  • Produkt + Ortsname/Einzugsgebiet
  • Leistung + Ortsname/Einzugsgebiet
  • Branche + Ortsname/Einzugsgebiet

Hausaufgabe #6: Bewertungen sind ein Indikator für Relevanz

Rund 39% der Suchenden legen Wert auf Online Kundenbewertungen. Das wirst du unterschreiben, oder? Wer hat noch nicht eine Google Bewertung gelesen oder auf Amazon die Bewertungen durchstöbert. Verständlich, dass Google Bewertungen einen Einfluss auf dein Ranking im Local Pack haben.

Ausschließlich positive Bewertungen wirken unnatürlich. Wenn du eine schlechte oder neutrale Bewertung erhältst, dann reagiere darauf freundlich und mache dir keine Sorgen. Du sinkst mit negativen Bewertungen nicht im Ranking. Zumindest nicht, wenn sie punktuell vorkommen. Dein Bewertungsprofil sollte authentisch wirken.

Hausaufgabe #7: Social Signals haben einen Einfluss

Gerade die ältere Generation verflucht soziale Netzwerke. Hier geht es nicht darum, dass du privat bei Facebook und Co angemeldet bist, sondern um deinen Firmenauftritt in den sozialen Netzwerken.

Eine steigende Anzahl an Followern, Engagement (Likes, Shares, Kommentare, Retweets) und die Informationen (NAP) zu deinem Unternehmen wirken sich positiv auf deine lokalen Rankings aus.

Local SEO ausweiten: Bin ich auf meinen Standort fixiert?

Nach der Pflicht kommt die Kür. Ich habe dir ja erstmal geschildert, dass du deine Hausaufgaben erledigen solltest. Hast du die Tasks erfolgreich abgearbeitet, möchte ich dir jetzt nochmal einen weiteren Impuls geben, um deine lokale Suchmaschinenoptimierung auf das nächste Level zu heben.

Du hast an deinem Standort beste Chancen auf ein gutes lokales Ranking. Aber du bist nicht auf deinen Standort fixiert, wenn du lokale Suchmaschinenoptimierung betreiben möchtest. Auch für Orte in deiner Nähe oder andere Stadtteile kannst du ein Local Ranking aufbauen.

Hierfür solltest du zunächst eine Keyword-Recherche durchführen, um zu ermitteln, nach welchen Städtenamen oder Stadtteilen gesucht wird. Lege dir am besten eine Liste an und bilde dann Cluster zu denen du separate Landingpages baust.

Bietest du beispielsweise einen Service in Köln an, kommst du sicherlich auch gut für potentielle Kunden in Brühl oder Hürth infrage. Aber mit deiner Kölner Anschrift und einer auf Köln ausgerichteten Landingpage wird es schwer sich gegen die örtliche Konkurrenz durchzusetzen. Daher solltest du mehrere Unterseiten mit einzigartigem Inhalt kreieren, die als Anlaufstelle für deine Zielgruppe dienen.

Google My Business Account anlegen – Schritt für Schritt Anleitung

Schritt 1 – Account anlegen und bestätigen

Bild: Google versendet eine Postkarte mit einem Bestätigungscode an deine Adresse. Den Code musst du dann in deinem My Business Account angeben. Anschließend wird dein Profil freigeschaltet und mit der lokalen Suche verknüpft. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Du beginnst damit, dir auf dieser Seite einen Google My Business Account anzulegen. Ich habe es im Artikel bereits geschrieben, dennoch möchte ich es nochmal erwähnen: Die Registrierung ist kostenlos. Es kommen keine Kosten auf dich zu.

Wenn du deine Daten einträgst, rufe dir folgendes ins Gewissen: Sämtliche Daten müssen mit den Daten aus deinen Online- & Offlineauftritt übereinstimmten und in sich konsistent sein. Fakestandorte solltest du nicht anlegen. Google überprüft jeden Standort und sendet dir eine Postkarte mit einen Bestätigungscode zu. Am Standort muss also tatsächlich jemand anzutreffen sein.

Es dauert bis zu vier Tage, bis du den Bestätigungscode zugesendet bekommst. Die Zeit kannst du nutzen und bereits deinen Google My Business Eintrag vervollständigen. Dieser wird nach erfolgreicher Bestätigung umgehend freigeschaltet.

Schritt 2 – Firmenname auswählen

Bild: Der Unternehmensname sollte 1zu1 deinem echten Unternehmensnamen entsprechen. Wenn du hier einen Fehler machst, dann können dich die Kunden eventuell nicht finden. Verzichte auch auf Zusätze. Der Unternehmensname kann immer angepasst werden. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Der Schritt klingt im ersten Moment plausibel und nicht besonders erklärungswürdig. Doch glaube mir, hier werden gerne Fehler gemacht.

Der Unternehmensname sollte dem tatsächlichen Unternehmensnamen entsprechen. Bei uns lautet er „ImpulsQ GmbH“ und nicht „ImpulsQ GmbH – Online Marketing“. Unnötige Informationen haben hier nichts verloren.

Beachte auch die Schreibweise deines Unternehmens. Wenn du ein Café betreibst und sich dieses mit Accent Aigu schreibt, dann wäre „Cafe“ der falsche Unternehmensname. Das war im Abschnitt zuvor mit konsistenten Daten gemeint.

Schritt 3 – Die richtige Kategorie auswählen

Bild: Online Marketing haben wir als primäre Kategorie festgelegt. Das beschreibt unsere Leistungen am besten. Zusätzlich haben wir noch vier Leistungen hinzugefügt. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Du kannst diverse Kategorien festlegen. Weniger ist mehr. Die Kategorie sollte dein Kerngeschäft beschreiben. Es ist nicht ratsam eine Kategorie für etwas auszuwählen, was nur 5% deines Umsatzes ausmacht. Du kannst aber zusätzlich weitere Leistungen hinzufügen. Übertreibe es aber nicht. Mache dir zu deinem Kerngeschäft gedanken und wofür du stehst.

Schritt 4 – Eine aussagekräftige Beschreibung finden

Bild: Hier siehst du wie es nicht geht. Du hast 750 Zeichen und solltest diese auch nutzen. Überzeuge den Kunden von deinem Unternehmen. Ein einfaches Stichwort wird dem nicht gerecht. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Die Beschreibung ist ein wichtiger Faktor. Gebe darin Informationen zu deinen angebotenen Dienstleistungen und zu Produkten an. Erzähle etwas zu deiner Firmenphilosophie (Werte…) und zu deiner Firmengeschichte.

Die folgenden Dinge haben nichts in der Beschreibung verloren:

  • Informationen die nicht im Zusammenhang zum Unternehmen stehen
  • Falschbeschreibung
  • Unnötige Symbole
  • Werbung für Sonderaktionen
  • Backlinks

Schritt 5 – Korrekte Anschrift und Einzugsgebiet

Bild: Für unsere Agentur ist das Einzugsgebiet von Reutlingen relevant. Stuttgart müssen wir nicht angeben, weil wir dort nicht speziell nach Kunden suchen. Als Friseur machen Nachbarstädte nur bedingt Sinn. Für einen Dachdecker dürften Nachbarstädte allerdings interessant sein. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Sobald du deine Adresse definiert hast, kannst du auch ein Einzugsgebiet festlegen. Wenn du also Kunden aus deiner Nachbarstadt bedienst, dann kannst du das als Einzugsgebiet definieren. Wichtig ist nur, du solltest die Kunden auch tatsächlich bedienen.

Postfächer sind nicht erlaubt und das Faken von Standorten ist ebenfalls untersagt. Das habe ich bereits sehr deutlich gemacht. Ich erlebe es nur immer wieder, dass Unternehmer denken, sie seien besonders smart und geben dann die Adresse ihrer Mama oder von Freunden an. Das ist einfach nur unseriös, denn im Zweifel steht ein Kunde dann genau vor dieser Adresse und findet euch nicht vor. Schneller kannst du dir nicht eine schlechte Reputation aufbauen.

Schritt 6 – Die Telefonnummer hinterlegen

Hier möchte ich nicht zu ausführlich werden. Wichtig für dich ist, dass Weiterleitungsrufnummern und kostenpflichtige Sonderrufnummern verboten sind. Callcenternummern sind hingegen erlaubt, auch wenn ich es nicht unmittelbar empfehlen würde.

Achte bei der Eingabe der Telefonnummer auf einheitliche Daten. Wenn du auf deiner Website „0151…“ schreibst, dann sollte im Google My Business Eintrag nicht „+49151…“ geschrieben werden.

Schritt 7 – Gebe die richtigen Öffnungszeiten an

Du kannst im Google My Business Eintrag deine üblichen Öffnungszeiten, saisonale Öffnungszeiten und spezielle Öffnungszeiten für Feiertage angeben.

Die Öffnungszeiten sollten mit den Zeiten auf deiner Webseite und deinen sozialen Einträgen identisch sein. Sehe von Falschangaben ab, denn während der definierten Öffnungszeiten kommen Kunden vorbei oder rufen dich an. Wenn dann niemand vor Ort ist oder ans Telefon geht, hast du einen schlechtgelaunten Kunden mehr. Das möchten wir vermeiden.

Schritt 8 – Mit Bildern und Videos überzeugen

Bild: Jedes Bild kannst du vertaggen. Die Tags (Innenaufnahme, Aussenaufnahme, Arbeitsplatz, Team) gibt Google vor. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Du kannst ein Logo, verschiedene Videos und diverse Bilder hochladen. Die Größe spielt bei den Bildern keine Rolle. Das Dateiformat sollte JPG oder PNG sein. Die Bilder und Videos werden im Ergebnis zu deinem Unternehmen angezeigt und vermitteln dem Kunden einen ersten Eindruck von deiner Firma. Achte also auf qualitativ hochwertiges Bild- und Videomaterial.

Die Videos dürfen länger als 30 Sekunden sein. Allerdings sollte jedes Video nicht größer als 100 MB sein.

Schritt 9 – Kunden über Statusmeldungen informieren

Bild: Klicke auf „Beitrag erstellen“ versorge deine Kundschaft mit relevanten Informationen. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Die Beitrag-Erstellen-Funktion ist nicht mit einem Blog oder Magazin zu verwechseln. Hier geht es darum, dem Kunden kurze und interessante Neuigkeiten zu verkündigen. Egal ob COVID19, Angebote oder allgemeine Neuigkeiten. In der aktuellen Situation sind die Updates zur Pandemie nicht unwichtig für den Kunden.

Schritt 10 – Keine Website? Kein Problem!

Bild: Deine Website kannst du individualisieren. Was du auf dem Screenshot siehst, hat Google automatisch gebaut. Texte und Farben können angepasst werden. Quelle: Screenshot (Google My Business)

Mit Google My Business kannst du deine eigene Website erstellen. Dafür übernimmt Google die von dir hinterlegten Daten und Medien (Fotos, Videos) und baut daraus eine kleine Website. Dafür musst du dir keine eigene Domain registrieren. Google stellt dir eine Subdomain zur Verfügung. In 2021 gibt es keinen Grund mehr für eine fehlende Website. Google bietet dir hier eine schmale und einfache Lösung an.

Fazit zu Local SEO

Abschließend kann ich dir noch einmal dringend raten, dass du die Basics erfüllst, um überhaupt potentiell auffindbar in der lokalen Suche zu sein. Dafür musst du nur ein paar Handgriffe tätigen und schon steht das Grundgerüst.

Erfolgreiche Local SEO ist aber nicht von einmaligem Aufwand gekennzeichnet, sondern stellt einen fortwährenden Prozess dar. Zunächst einmal solltest du deine Energie darauf konzentrieren, deine Seite perfekt auf deinen Standort zu optimieren und gleichzeitig die Nutzerbedürfnisse im Fokus zu behalten.

Bist du mit deinen lokalen Rankings zufrieden, kannst du dann versuchen, weitere lokale Suchanfragen aus der Umgebung mit eigenen Landingpages in Angriff zu nehmen. Um hier deine Chancen auf Sichtbarkeit zu erhöhen, sind Backlinks ein probates Mittel. Achte aber darauf, dass die Backlinks hochwertig sind und glaubhaft wirken.

Dafür brauchst du qualitativ hochwertigen Content, der einen Link verdient, gleichzeitig deinen Besuchern einen Mehrwert bietet und lokalen Bezug hat. So meisterst du die lokale Suchmaschinenoptimierung bei dir und weitest deine Strategie langsam aber sicher auf die nähere Umgebung aus.

Besonders wichtig ist der Google My Business Eintrag. Damit steht und fällt alles. In unter einer Stunde kannst du alles erledigen. Du musst nur vorbereitet sein. Sei dir darüber im klaren, was dich einzigartig macht und was überhaupt deine Kernbotschaft ist.

Ich wünsche dir viele neue lokale Kunden und hoffe, dass du gleich im Anschluss einen Google My Business Account eröffnest.

Martin Brosy
Ich bin vielleicht nicht SEO der ersten Stunde, aber zumindest schon seit 2010 mit von der Partie. Seitdem hat sich im Online Marketing viel getan. Google avanciert von Jahr zu Jahr zu einer Suchmaschine, die den Nutzer immer besser versteht. Search Experience Optimization wird komplexer und sollte als Teildisziplin immer mit am Tisch sitzen. Damit ich den Wandel nicht verschlafe und für unsere Kunden adäquat arbeiten kann, halte ich im Jahr weit mehr als zehn Vorträge zu den Themen Online Marketing und Content Distribution, lasse meine Expertise zertifizieren und schreibe regelmäßig hier im MEGA-Magazin. Privat mache ich gerne Ausdauersport, schaue jedes Rennen unserer deutschen Biathleten und bin Papa einer kleinen Tochter.