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Minderwertige vs. hochwertige Backlinks: Wie bestimmst du die Qualität

DA 20 - TF 20 - LRT 10 - Traffic 10.000

Es ist kein Geheimnis, dass Backlinks dein Ranking bei Google richtig antreiben können. Wenn eine vertrauenswürdige Seite deinen Content verlinkt (und damit eine Empfehlung ausspricht) ist das ein wichtiges Signal für den Google Algorithmus. Backlinks sind für Google eine sehr gute Möglichkeit, um Websites hinsichtlich ihrer Popularität einzustufen, daher versichere ich dir, dass sie in den nächsten Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten ein Rankingfaktor bleiben werden.

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Fakt ist aber auch, dass Google die Qualität und damit die Wirksamkeit von Backlinks inzwischen viel differenzierter betrachtet als noch vor ein paar Jahren. Diverse Updates haben dafür gesorgt, dass Seitenbetreiber den Effekt von Backlinks teilweise infrage stellten. Doch hochwertige Backlinks mit natürlichem Charakter sind weiterhin echte Ranking-Booster. Aber welche Backlinks braucht man überhaupt und nach welchen Kriterien wählt man sie aus? Diese Fragen beantworte ich dir im folgenden Artikel. Besonders meine grüne Liste wird dir eine große Hilfe sein…

Die paradoxe Ausgangslage beim Linkbuilding

Du weißt natürlich schon, dass Backlinks einen Eckpfeiler des Google Algorithmus darstellen. Und Google weiß selbstverständlich, dass du das weißt. Also geht der Branchenprimus unter den Suchmaschinen direkt davon aus, dass du mit hoher Wahrscheinlichkeit dein Linkprofil optimieren wirst, um mehr eingehende Links zu erzeugen (Beispielsweise über Gastartikel) und bessere Platzierungen in der Suche zu erreichen.

Google betont immer wieder, dass bezahlte Links zu Abstrafungen führen können und dass diese entsprechend gekennzeichnet werden müssen, um auf der sicheren Seite zu sein. Lückenlos überwachen kann Google dies allerdings nicht. Außerdem kannst du als Seitenbetreiber eigentlich ja gar nicht so genau wissen, wer dich alles verlinkt. In der Theorie solltest du keinen Einfluss darauf haben, wer dich verlinkt. Nur unter dieser Prämisse könnte Google annehmen, dass es sich bei allen Backlinks um ehrliche Empfehlungen handelt.

Diese Vorstellung ist aber natürlich sehr realitätsfern. Der gezielte Linkaufbau ist bei vielen SEO Agenturen zum Standardservice geworden. Aus Angst davor, zu sehr den Eindruck zu erwecken, dass es sich dabei um gekaufte Backlinks handelt, werden häufiger die Umschreibungen “Content Seeding”, “Linkmarketing” oder auch “Outreach Marketing” verwendet. Im Endeffekt geht es dabei aber immer um das gleiche Endziel: Es sollen Backlinks generiert werden. Es gibt auch Kampagnen die Viralität abzielen oder Brandbuilding abzielen. Doch selbst bei diesen Kampagnen-Zielen entstehen häufig Backlinks.

Als Webmaster kannst du also aktiv Linkaufbau betreiben. Google möchte das nicht, kann aber auch nicht jeden leicht unnatürlich wirkenden Link abstrafen, weil sonst auch fingierte Angriffe auf die Konkurrenz mit schlechten Backlinks (z.B. von Erotikseiten) zu einfach wären.

Du hast dein Linkprofil besser im Griff als es Google eigentlich lieb wäre. Wenn du glaubst, dass der Algorithmus dir aber gar nicht auf die Schliche kommen kann, liegst du falsch. Bei der Auswahl möglicher Linkquellen solltest du daher sehr selektiv vorgehen.

Das Linkprofil des Wettbewerbs analysieren: Die Top 10 als Benchmark

Um zu ermitteln, welche Art und Qualität von Backlinks du benötigst, um in deiner Nische wettbewerbsfähig zu sein, bietet sich zunächst eine intensive Konkurrenzanalyse an. Für jedes relevante Keyword (bzw. jede von dir geplante Unterseite) solltest du idealerweise eine eigene Recherche durchführen.

Zu jedem Suchbegriff spielt Google eine andere Ergebnisseite aus. Die Websites auf den vorderen Plätzen bekommen wertvollen organischen Traffic. Um etablierte Seiten von den Spitzenpositionen zu verdrängen können Backlinks ein entscheidender Faktor sein. Es ist wichtig, dass du sauber analysiert, wieso deine Konkurrenz derzeit die Top-Positionen innehat. Nur so kannst du später bestimmen, welche Backlinks es wert sind, dein Linkprofil zu ergänzen.

Du musst natürlich deine Hausaufgaben machen, was den Content angeht. Nur wenn du einen richtig guten Text auf deiner Seite anbietest, der die Fragen der Suchenden auf den Punkt beantwortet, wird es im nächsten Schritt plausibel, dass andere Seiten dich verlinken. Oder würdest du eine praktisch leere Unterseite verlinken, wenn der User dort keine Informationen findet?

Hast du die entscheidenden Themengebiete abgehandelt, solltest du jetzt analysieren, wie stark das Linkprofil deiner zehn besten Konkurrenten ist. Es gibt eine Reihe verschiedener Metriken, die von unterschiedlichen Tool-Anbietern zu diesem Zweck entwickelt wurden. Ich persönlich bin ein Fan von diesen Kennzahlen:

  • Domain Rating (DR) von ahrefs
  • Trust Flow (TF) & Citation Flow (CF) von Majestic
  • diverse Metriken von LinkResearchTools (LRT), u.a. LRT Power x Trust
  • Organischer Traffic von Semrush oder ahrefs

Es ist sehr schwierig zu sagen, welche Werte eine Website aufweisen sollte, damit sie “gut genug” ist, um als Linkquelle für dein Projekt infrage zu kommen. Das hängt schon einmal ganz stark davon ab, wie das Linkprofil deiner Konkurrenz ist und wie es um die thematische Relevanz bestellt ist. Manchmal kann es sinnvoller sein, einen etwas schwächeren Link von einer thematisch hervorragend passenden Seite zu bekommen.

Wenn du mich aber festnageln möchtest, nenne ich dir hier mal ein paar Hausnummern, an denen du dich orientieren solltest:

  • Domain Rating: mind. 20
  • Trust Flow: mind. 20
  • LRT Power x Trust: mind. 10
  • Traffic: mind. 10.000

Neben diesen Eckdaten kannst du auch den Sichtbarkeitsindex mit einbeziehen, der aber als alleiniges Kriterium nicht ausreichend ist. Warum das so ist, erfährst du in meinem Artikel rund um die Metriken des Linkbuildings.

Erfüllt eine Website nicht diese “Mindestanforderungen” solltest du einen Backlink nur dann anstreben, wenn der thematische Fit sehr hoch ist. Ein weiterer Indikator sollte der (organische) Traffic der Seite sein. Besucher, die über einen Backlink auf deine Website gelangen, sind von unschätzbarem Wert. Lege also Wert darauf, dass du keine Links von eingeschlafenen Seiten aufbaust, auf denen sich gar nichts mehr tut.

Die Kennzahlen, die dir solche Tools liefern, beziehen sich in der Regel zunächst einmal auf die Hauptseite (bei den meisten Projekten hat die Startseite die meisten Backlinks). Es kann sich aber auch lohnen, die Unterseite genauer zu analysieren. Jede URL kann ihre eigenen Backlinks haben und muss thematisch vielleicht gar nicht so gut zum Rest der Seite passen. Das kann die Metriken deutlich beeinflussen.

Typischerweise wird deine Konkurrenz auf den vordersten Plätzen der SERPs sich in vier verschiedene Gruppen unterteilen lassen, die ich dir in der folgenden Tabelle zusammengefasst habe.

Stärke der HauptseiteStärke der UnterseiteWarum rankt die Seite?
starkstarkDie Seite ist insgesamt sehr stark und auch die Unterseite verfügt über eine Menge Power. Wenn dann auch noch der Content passt, lässt sich eine solche Seite kaum verdrängen.
starkschwachDie Seite ist zwar grundsätzlich sehr stark und populär, aber die Unterseite passt eigentlich gar nicht so gut zum Rest und fällt auch inhaltlich ab. Trotzdem ranken solche Seiten oftmals noch recht gut. Du kannst sie aber mit gezieltem Linkaufbau & hervorragendem Content angreifen.
schwachstarkEs handelt sich hierbei oftmals um Seiten mit einer spezifischen Ausrichtung, die zwar insgesamt wenig Popularität haben, aber von einer starken Unterseite profitieren, die guten Content bietet und daher auch oft verlinkt wird. Hier musst du genauso guten Content liefern und dein Linkprofil deutlich verbessern.
schwachschwachManchmal tauchen in der Suche auch Seiten auf, die wirklich keine guten Metriken haben. Google berücksichtigt sie trotzdem, weil sie meist sehr guten Content haben, der keine Fragen offenlässt. Ein paar Backlinks können dir oft schon dabei helfen, an solchen Seiten vorbeizuziehen.

Die Attribute “stark” und “schwach” sind immer relativ und niemals absolut zu sehen. Möchtest du zu extrem populären Suchanfragen ranken (z.B. Aktien kaufen), brauchst du ganz andere Werte als bei nischigeren Long Tail Keywords (z.B. Wie lange sollten Hunde schlafen?). Über die Benchmark-Analyse kannst du gut herausfinden, nach welchen Linkquellen du Ausschau halten musst, um deine Konkurrenz zu übertrumpfen.

Wie sticht man jetzt die Konkurrenz mit Backlinks aus?

Jetzt geht es endlich ans Eingemachte. Nachdem du deine Konkurrenz durchleuchtet und den Content optimiert hast, solltest du versuchen, ein besseres Backlinkprofil aufzubauen, damit Google gar keine andere Wahl hat als dir einen Platz auf den vorderen Positionen zuzusprechen.

Die themenrelevantesten Verlinkungen mit der besten Wirkung würdest du vermutlich erhalten, indem du von den Seiten verlinkt wirst, die aktuell mit dir zu diesem Suchbegriff konkurrieren. Ein solches Gedankenspiel ist aber natürlich alles andere als realistisch, denn das Letzte was wohl passieren wird, ist die Empfehlung deiner Seite durch einen direkten Konkurrenten.

Du kannst aber beispielsweise mit ahrefs analysieren, woher deine Konkurrenz ihre Linkpower bezieht. Jede dieser Linkquellen ist auch potentiell für dich interessant, weil sie deinen Mitbewerbern dazu verholfen hat, ein gutes Ranking zu erzielen – und genau das ist schließlich auch dein Ziel.

Wenn du ähnliche Links, wie deine Konkurrenz hast, wirkt das auch aus Sicht von Google durchaus plausibel. 1:1 solltest du das Linkprofil aber natürlich auch nicht nachbauen. Das sieht nicht nur unnatürlich aus, sondern lässt sich in der Regel auch schlichtweg nicht umsetzen.

Stattdessen solltest du dir ein Set an Kriterien zurechtlegen, um zu bestimmen, ob deine möglichen Links mit denen deiner Konkurrenz mithalten können. Ich habe da eine richtig gute Vorlage für dich, die ich dir gerne mit auf den Weg gebe.

Die 7 Kriterien auf meiner grünen Liste

Infografik: Diese Checkliste solltest du dir am besten ausdrucken, damit du bei der Auswahl deiner Linkquellen kritisch bleibst und immer einen hohen Qualitätsanspruch an dein Linkprofil stellst. Quelle: MEGA

Um minderwertige von hochwertigen Backlinks zu unterscheiden, nutze ich gerne eine Checkliste, die ich selbst meine “grüne Liste” nenne, weil ich an alle Punkte einen grünen Haken setzen möchte.

Folgende Fragen solltest du dir stellen (und idealerweise abhaken), bevor du dich um einen Backlink von einer bestimmten Seite bemühst:

  1. Ist die Website eine Autorität bei Google? Dieser Punkt ist erfüllt, wenn ich den Eindruck habe, dass die Seite selbst ein gutes Ranking zu dem Suchbegriff erzielen könnte, auf den ich meine Website ausrichten möchte. Hierfür prüfe ich das Domain Rating, den Trust Flow, aber auch die thematische Relevanz.
  2. Kann ich einen schnell erreichbaren Backlink ergattern? Je weniger Klick ein User von der Startseite benötigt, um meinen Link zu finden, desto attraktiver ist er für mich. Das gilt nicht nur für den möglichen Traffic. Auch der Google-Bot kann ihn somit leichter finden und werten.
  3. Lässt sich der Link in einem guten Umfeld platzieren? Ich möchte Backlinks erhalten, die sinnvoll sind, weil der Link auf meine Seite einen Mehrwert darstellt. Das erreiche ich nur, indem der Backlink nicht wie ein Fremdkörper integriert ist. Der Text vor und nach dem Link wird von Google definitiv genau analysiert.
  4. Wird der Backlink weit oben integriert? Je weiter unten der Backlink auf einer Seite auftaucht, desto geringer ist die Chance, dass Google ihn die notwendige Relevanz beimisst. Mein Ziel ist also, schon im sichtbaren Bereich des Contents verlinkt zu werden (Stichwort: above-the-fold).
  5. Erhalte ich die volle Aufmerksamkeit? Ein gut recherchierter Artikel kommt vielleicht nicht ohne 3-4 Links aus, um weiterführende Informationen zu liefern. Aber je weniger andere Links auf einer Seite eingebaut werden, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt mein Link. Somit werden Klicks wahrscheinlicher und auch mehr SEO-Power wird übertragen. Das ist gerade für Sidebarlinks und Footerlinks wichtig.
  6. Bekomme ich eine Verlinkung ohne Kennzeichnung? Hier wird es knifflig. Bemüht man sich aktiv um den Aufbau von Backlinks und zahlt dem Linkgeber etwas (oder stellt ihm einen Gastartikel zur Verfügung), müsste der Link eigentlich das Attribut “nofollow” bzw. “sponsored” tragen. Gelingt es mir aber, eine Verlinkung in Form einer ehrlichen Empfehlung zu ergattern, bringt das natürlich noch mehr für mein Ranking. Wenn es nur ein nofollow-Link wird, ist das – bei entsprechendem Traffic – aber häufig auch nicht unattraktiv.
  7. Macht der Backlink mich stolz? Diesen Satz habe ich in einem Video von Evergreen Media aufgeschnappt und er hat mich nicht mehr losgelassen. Idealerweise bist du so stolz auf deinen Backlinks, dass du ihn als Referenz aufführen wollen würdest. Man kennt ja z.B. den Bereich “bekannt aus”, den man auf vielen Websites findet. Wenn du dort deine Linkquelle guten Gewissens aufführen würdest, handelt es sich vermutlich um einen hochwertigen Backlink.

Fazit zu minderwertigen vs. hochwertigen Backlinks


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Zum Abschluss lässt sich das Fazit ziehen, dass die Frage nach minderwertigen vs. hochwertigen Backlinks keine eindeutige Antwort erlaubt. Es gibt eine Reihe an Kennzahlen, die du bei der Grobauswahl deiner möglichen Linkquellen heranziehen solltest. Doch wie stark deine Backlinks tatsächlich sein müssen, um an deiner Konkurrenz vorbeizuziehen, hängt enorm von deren Linkprofil ab, das du genau analysieren solltest.

Weil Google immer besser darin wird unnatürlichen Linkaufbau nachzuvollziehen, solltest du neue Links nicht nach dem Gießkannenprinzip generieren, sondern jede Frage auf meiner grünen Liste abarbeiten. Gute Metriken sehen auf dem Papier ganz attraktiv aus, aber es gibt natürlich noch eine Reihe weiterer Kriterien auf der Liste, die ebenfalls erfüllt sein sollten.

Im Zweifel solltest du auch mal “Nein” sagen, wenn der Backlink einfach nicht in dein Profil passt. Umgekehrt rate ich dir aber auch dazu, dass du eine mögliche Verlinkung nicht direkt abschreibst, weil dir beispielsweise nur ein Gastartikel mit sponsored-Attribut angeboten wird. Natürlichen Linkaufbau zu betreiben bedeutet auch, für ein bisschen Vielfalt zu sorgen. Und wenn dir ein solcher Backlink viel Traffic bringt, profitierst du noch zusätzlich.

Martin Brosy
Ich bin vielleicht nicht SEO der ersten Stunde, aber zumindest schon seit 2010 mit von der Partie. Seitdem hat sich im Online Marketing viel getan. Google avanciert von Jahr zu Jahr zu einer Suchmaschine, die den Nutzer immer besser versteht. Search Experience Optimization wird komplexer und sollte als Teildisziplin immer mit am Tisch sitzen. Damit ich den Wandel nicht verschlafe und für unsere Kunden adäquat arbeiten kann, halte ich im Jahr weit mehr als zehn Vorträge zu den Themen Online Marketing und Content Distribution, lasse meine Expertise zertifizieren und schreibe regelmäßig hier im MEGA-Magazin. Privat mache ich gerne Ausdauersport, schaue jedes Rennen unserer deutschen Biathleten und bin Papa einer kleinen Tochter.