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Sidebar- und Footerlinks: GÄÄÄÄÄÄHHHHN

Sidebar- und Footerlinks nicht verteufeln

Mit beiden Linkarten kommst du früher oder später in Berührung. Sie wirken auf den ersten Blick verlockend, sind aber brandgefährlich für dein Linkprofil. Was ich damit meine und welche Vor- & Nachteile sich für dich daraus ergeben, erkläre ich dir ganz offen. Quasi die ungeschminkte Wahrheit über Sidebar- & Footerlinks. Ganz so krass wird es nicht, aber es mit Sicherheit eine Perspektive die du kennenlernen solltest.

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Zünden wir die vierte Stufe

Damit du meine Argumentation nachvollziehen kannst, muss ich einen kleinen Exkurs zum Backlinkbewertungsmodel von Google machen. Der Algorithmus zur Bewertung eines Backlinks baut auf ein Grundprinzip und drei Iterationsstufen auf.

  • Stufe 1 – Random Surfer Model: Damit hat bei Google alles begonnen. Der Bot „klickt“ sich durch deine Website und folgt sowohl internen, als auch externen Links. Verfügt die linkgebende Seite über sehr viele ausgehende Links, ist die Wahrscheinlichkeit, das dein Link geklickt wird gering. Die Wertigkeit des Backlinks nimmt ab und die Anzahl der ausgehenden Links spielt eine Rolle.
  • Stufe 2 (Iteration 1) – Reasonable Surfer Model: Google hat bemerkt, dass die Anzahl der ausgehenden Links und die anteilige Bemessung des Linkjuice (Pagerank) nicht ausreichend für die Bewertung eines Backlinks ist. Fortan spielt die Position des Links eine Rolle. Wird der Backlink in der Navigationsleiste, dem Artikel, dem Footer oder der in der Sidebar platziert. Ein Link im Footer ist nicht so wertvoll, wie ein Link aus einer Navigationsleiste. Warum? Weil der Backlink in einem für den Besucher nicht unmittelbar Sichtbaren Bereich liegt. Folglich sind Footerlinks nicht ganz so stark und werden von vielen gemieden.
  • Stufe 3 (Iteration 2) – Topical Surfer Model: Im Namen steckt bereits die Verbesserung. Die Themenrelevanz wird wichtig. Als Website aus dem Bereich Ernährung, macht es Sinn auch Links aus dieser Branche aufzubauen.
  • Stufe 4 (Iteration 3) – User Signals: Diese Iterationsstufe wurde nicht offiziell bestätigt. Allerdings geht aus Aussagen von Google hervor, dass das Nutzerverhalten im Bezug auf den Backlink analysiert wird. Wie viele Menschen klicken auf den Link (CTR)? Wie viele Nutzer klicken sofort den Zurück-Button im Browser (Return-To-SERP-Rate)? Sind die Werte schlecht, wird der eingehende Link nicht seine volle Kraft entfalten können.

Vielleicht ahnst du es schon! In den vier Stufen der Algorithmus-Evolution sind auch die Nachteile von Sidebarlinks und Footerlinks begründet. Aber eines nach dem anderen. Fahren wir mit den Definitionen fort.

Sidbarlink – Stelle dir…

… einen klassischen Blog vor. Mittig, bzw. leicht links eingerückt findest du den Artikel. Rechts daneben befinden sich weiterführende Informationen. Das können Werbeflächen oder eine Linkliste (Blogroll) sein. Die rechte Spalte (Kann sich auch links befinden) wird als Sidebar bezeichnet. Wird deine Seite aus der Sidebar verlinkt, hast du einen Sidebarlink aufgebaut.

Bild: Am Beispiel von Partnersuche-ab-50.de möchte ich dir visuell zeigen, wo sich die Sidebar befindet. In der Mitte findest du den Main-Content und rechts die Box „Finden Sie Singles in Ihrer Nähe“. Dabei handelt es sich um die Sidebar. Unter der rechten Box könnte sich eine Linkliste mit einem Link zu deiner Seite befinden. Folglich wäre das ein Sidebarlink. Bildquelle: Screenshot Partnersuche-ab-50.de.

Blogrolls werden in der Regel auf jeder Unterseite des Projektes angezeigt. Die Links sind also sidewide.

Bild: Wenn du das Linkprofil deiner Website oder deiner Mitbewerber analysieren möchtest, dann arbeite datenbasiert mit Tools. In ahrefs gibst du die zu analysierende Domain ein und klickst links in der Navigation auf „Backlinks“. Im Tabellenkopf der Ergebnisse findest du die Spalte „Ähnliche“. Im Bild siehst du, dass die Domain 20.000 Backlinks von einer Seite hat. Dabei handelt es sich um einen Sidewide-Sidebar-Link. Bildquelle: Screenshot ahrefs.

Footerlinks – Scrolle gedanklich…

… ans Ende einer Website. Du findest den Link zum Impressum, zum Datenschutz und zu externen Seiten. Diese Verlinkungen werden als Footerlink bezeichnet und sind wie der Sidebarlink ebenfalls sidewide.

Bild: Am Ende der Website findest du den großen Kasten in der Farbe lila. Genau hierbei handelt es sich um den Footer. Bei „Tipps“ könnte ein ausgehender Link zu deiner Seite platziert werden. Du hättest dann mehrere eingehenden Footerlink von der Seite. Bildquelle: Screenshot Partnersuche-ab-50.de.

Warum bin ich der Meinung, dass Sidebar- und Footerlinks nicht das gelbe vom Ei sind?

Es kommt darauf an. Solche Aussagen will ich vermeiden. Aus diesem Grund möchte ich mich der Fragestellung nach der Sinnhaftigkeit beider Linkarten aus einer logischen Überlegung heraus nähern.

Deine Website hat fünf eingehende Links. Zwei aus einem Branchenverzeichnis, zwei aus einem Forum und einen aus einem Gastartikel. Ein befreundeter Unternehmer bietet dir an, deine Website aus seiner Sidebar zu verlinken. Die Website deines Freundes besitzt 1.000 Unterseiten. Er verlinkt dich und mit einem Schlag besitzt du 1005 Backlinks von sechs unterschiedlichen IP-Adressen.

Wirkt das auf dich nach einem natürlichen Linkwachstum? Solche Ausschläge erkennt Google und hat dich dann zumindest auf dem Radar. Du musst jetzt nicht unmittelbar mit einer Abstrafung rechnen, allerdings wird Google sich deine Seite in Zukunft genauer bezüglich Backlinks anschauen.

Bild: Chart über die Entwicklung der verweisenden Domains eines Projektes. Im Januar 2021 steigt die Anzahl der verweisenden Domains schlagartig an. Im Beispiel handelt es sich nicht um sidewide Links, sondern um die Anzahl der verweisenden Domains. Solche Auswüchse erkennt Google. Hier haben wir entsprechend reagiert und die verweisenden Domains entwertet, denn es handelt sich um Spam. Bildquelle: Screenshot Ahrefs.

Footerlinks und Sidbarlinks: Sinnvoll?

Ich würde mich immer für einen Backlink aus einem redaktionellen Artikel entscheiden. Gerade unerfahrene Webmaster nehmen jeden Backlink den sie bekommen können. Sei also vorsichtig und schlafe eine Nacht über deine Entscheidung.

Jede Manipulation der eingehenden Links verstößt gegen die Google Webmaster Guidelines. Google erlaubt eine einzige Sache: Der Link muss freiwillig gesetzt werden. Es dürfen keine Absprachen stattfinden und es darf im Gegenzug kein Entgelt gezahlt werden. Auch andere Formen der Vergütung sind untersagt.

Würde ich Footer- und Sidebarlinks pauschal ablehnen?

Definitiv Nein! Einen Footerlink vom Spiegel oder der Bild würde ich sofort nehmen. Die Metriken, wie zum Beispiel der Trust sind stark und du generierst darüber auch Traffic. Die entscheidende Frage lautet: „Wirst du jemals die Chance erhalten, einen solchen Sidewide-Link zu erhalten?“ Wahrscheinlich nicht, oder?

Außerdem gehören Sidewide Links auch zum Linkprofil dazu. Vorausgesetzt deine Konkurrenten haben solche Links aufgebaut. Du kannst es bestimmt nicht mehr hören, aber Pauschal-Aussagen sind im SEO nicht mehr notwendig. Alles funktioniert datengetrieben.

Es gibt auch etwas zu beachten – Wichtiger Teil des Artikels

Der Begriff „Blogroll“ ist hier bereits gefallen. Einige Webmaster kennzeichnen die Linkliste zusätzlich mit den Worten „Sponsored“ oder „Anzeige“. Für Google ein gefundenes Fressen, denn der Konzern weiss sofort, dass im Gegenzug für die Verlinkung ein Entgelt überwiesen wurde. Du musst darauf achten, dass dein Link mit dem Sponsored-Attribut versehen wird. So teilst du Google mit, dass es sich tatsächlich um eine Geschäftsbeziehung handelt und nicht möchtest, dass der Link einen Einfluss auf deine Rankings hat.

Einen weiteren Fallstrick stellt die gegenseitige Verlinkung dar. Glaube mir, ich kann davon ein Lied singen. Statt eines Entgeltes, verlinkt ihr euch einfach beide. Klassischer Linktausch. Das ist verboten und Google erkennt es ohne Probleme. Mal ehrlich, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich von 1,7 Milliarden Website genau zwei freiwillig gegenseitig Verlinken. Wohlgemerkt, ohne voneinander zu wissen. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei null Prozent.

Zusammenfassung – Die Linkarten dürfen nicht verteufelt werden

Sidebarlinks werden in der Blogroll und Footerlinks am Ende einer Website platziert. Sofern beide Linkarten sidewide sind, bekommst du von gleich auf jetzt zahlreiche Backlinks von einer Domain. Ich halte das für problematisch. Das ist aber nicht der Weisheit letzter Schluss.

Sollten deine TOP-3-Konkurrenten auch Sidewide-Links aufbauen, kannst du dies auch tun. Die Entscheidung darf aber nicht aus dem Bauch heraus, sondern muss mit Hilfe von Daten getroffen werden. Beide Linkarten machen auch Sinn, wenn die linkgebende Seite über viel Traffic und gute Metriken verfügt.

Perse können Sidebar- und Footerlinks nicht verteufelt werden. Nur musst du die Nachteile kennen, um die Linkart richtig einordnen zu können.

Das war jetzt in Teilen keine leichte Kost. Vielleicht hats dir trotzdem geholfen. Wenn du das nächste Mal vor einer Entscheidung bezüglich Sidewide-Links stehst, denk an meine Worte.

In dem Sinne, danke für deine Aufmerksamkeit.

Martin Brosy
Ich bin vielleicht nicht SEO der ersten Stunde, aber zumindest schon seit 2010 mit von der Partie. Seitdem hat sich im Online Marketing viel getan. Google avanciert von Jahr zu Jahr zu einer Suchmaschine, die den Nutzer immer besser versteht. Search Experience Optimization wird komplexer und sollte als Teildisziplin immer mit am Tisch sitzen. Damit ich den Wandel nicht verschlafe und für unsere Kunden adäquat arbeiten kann, halte ich im Jahr weit mehr als zehn Vorträge zu den Themen Online Marketing und Content Distribution, lasse meine Expertise zertifizieren und schreibe regelmäßig hier im MEGA-Magazin. Privat mache ich gerne Ausdauersport, schaue jedes Rennen unserer deutschen Biathleten und bin Papa einer kleinen Tochter.