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Contentixx 2021: Der Hammer? Doch – doch – doch!

Wenig Los - Dafür deutlich intensiver!

Ist Kritik an der Contentixx 2021 angebracht? Diese Frage beschäftigt mich und sie begleitet mich über die ganze Veranstaltung hinweg. Gehören in ein Recap überhaupt kritische Worte? Ich möchte auch nicht meinem ersten Impuls folgen. Warum? Weil es unreflektiert wäre und nur eine beschränkte Sicht auf das Event zulässt. Der erste Eindruck: Die Contentixx 2021 war anders. Der zweite Eindruck: Sie war der Hammer. Warum, das erkläre ich Dir unten bei den Vorträgen.

Anreise & Hotel – früher als gedacht und doch wie immer

Ich hatte bis Sonntag noch die Hoffnung, dass sich die GDL und die Deutsche Bahn im Tarifpoker einigen und ich in Ruhe am Montag meine Reise antreten kann. Wie Du weißt, wurde daraus nichts. Also habe ich mich spontan am Sonntag in den Zug gesetzt und bin ein Tag vorher als geplant nach Berlin gefahren. Das ist eben auch Messe – schnell auf Umstände reagieren und flexibel sein. Dafür kann allerdings weder der Eventveranstalter noch die Deutsche Bahn etwas. Kein Vorwurf, sondern einfach Pech.

Im Hotel angekommen musste ich feststellen, dass sich nichts geändert hat. Das Hotel am Müggelsee ist eben das Hotel am Müggelsee. Eigentlich schade, dass sich hier einfach über die Jahre nichts am Zustand des Hotels verbessert hat. Es wundert mich nicht, dass während der Pandemie keine großen Umbaumaßnahmen stattgefunden haben. Schließlich hat die Hotelbranche nicht gerade von den letzten zwölf Monaten profitiert. Vollstes Verständnis!

Manchmal bewirken allerdings auch kleine Dinge wahre Wunder. Das rostige Geländer des Balkons, die geringe Anzahl Steckdosen im Zimmer, die Temperaturschwankungen beim Duschen, WLAN u.v.m. sind nur einige Punkte, die den Gesamteindruck vom Hotel seit Jahren immer etwas vermiesen, obwohl die Location für mich als Daueronliner durchaus seine Vorteile hat. Eine gewisse Entschleunigung spürte ich bereits am ersten Tag. Auch das Personal ist freundlich und zuvorkommend. Gegen das Essen kann ich persönlich auch nichts sagen. Es ist immer lecker und bei der Auswahl ist für jeden etwas dabei.

Das Hotel war für mich noch nie ein Entscheidungskriterium gegen eine Veranstaltung. Es wird aber Leute geben, die solche Dinge etwas ernster nehmen und in ihren Entscheidungsfindungsprozess einbeziehen.

Besucher – Wenig und dennoch viel!

Eine Messe lebt von seinen Besuchern. Pandemiebedingt war die Contentixx nicht gut besucht. Gefühlt waren weniger als 100 Menschen live vor Ort. Was waren die Gründe dafür? Corona hat die Denkweise vieler Unternehmer:innen verändert. Wo es früher echte Events mit echten Menschen gab, sind es heute Livestreams. Keine Anreise! Keine Hotelkosten! Kein Verlassen der Komfortzone! Kurzfristig dürften die Entscheider:innen davon profitieren. Longterm kann ein Online-Event keine Veranstaltung vor Ort ersetzen. Das Networking mit den Teilnehmern ist zu wichtig, als dass ich darauf verzichten möchte, und das geht offline schlichtweg leichter von der Hand als online.

Ich kann mir auch gut vorstellen, dass viele Mitarbeiter:innen nicht das Go für das Event erhalten haben. Im Vergleich zur Campixx, wo viele Selbständige und Agenturinhaber:innen zu den Teilnehmer:innen zählen, waren auf der Contentixx immer viele Angestellt:innen. Ohne Freigabe durch die Vorgesetzten geht hier also nichts.

Trotzdem muss ich sagen, dass die geringe Zahl an Teilnehmer:innen im Grunde auch viele Vorteile geboten hat. Zum einen waren die Gespräche intensiver und zum anderen wurde ich nicht durch die Masse an Leuten erschlagen. Du kennst das vielleicht. Du setzt den Fuß auf die Messe und denkst: „WOW , hier ist ziemlich was los!“ Gerade wenn es dein erstes Event ist, kann das auch einschüchternd wirken.

Aber auch für mich als alter Hase war es sehr angenehm. Der harte Kern war dort und endlich konnte ich mich nach monatelanger Abstinenz wieder mit den liebgewonnenen Kolleg:innen austauschen. Es war viel mehr Zeit für Gespräche. Es war weniger oberflächlich. Doch in der Retroperspektive muss ich zugeben, dass es schon gut war, wie es eben war, obwohl ich im ersten Moment etwas skeptisch gewesen bin. Wie so oft im Leben muss man Dinge auch mal zulassen.

Organisation – wie immer bombenmäßig, wenn auch mit einem kleinen Wermutstropfen

Die Organisation der Contentixx war perfekt. Ich kann hier nichts Negatives sagen. Die Sumago-Crew war wie jedes Jahr sehr freundlich und hatte alles im Griff. Da ich erst am 13.08.2021 geimpft wurde und bis zur Contentixx 2021 keine zwei Wochen vergangen sind, musste ich mich täglich testen lassen. Reibungslos. Das beschreibt es am Besten. Keine Wartezeiten und nettes Personal.

Eine App für die Planung der Vorträge hätte ich mir tatsächlich gewünscht. Marcos Entscheidung, darauf zu verzichten, kann ich nachvollziehen, aber irgendwie wäre es cooler gewesen. Die alternativen Wege über die Website oder über das Board am Eingang waren aber auch in Ordnung. Vielleicht war ich einfach von der App aus dem letzten Jahr zu verwöhnt.

Die Vorträge auf der Contentixx 2021 – sie waren der Hammer!!!

Die Auswahl der Vorträge hängt immer von den eigenen Präferenzen ab. Der eigene Wissenstand und die aktuellen Problemstellungen bestimmen, ob du etwas aus einem Vortrag mitnimmst oder eben nicht. So kann es passieren, dass manche Teilnehmer den Vortrag als gut bewerten und andere Teilnehmer diesen als nicht so gut einstufen. Legitim.

Ich jedenfalls wurde nicht enttäuscht. Die Vortragenden haben einen guten Job gemacht. Als Speaker weiß ich, dass die Vorbereitung für einen Vortrag viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich vergleiche das immer mit einer Hochzeit. Die eigene Hochzeit zu organisieren kostet viel Zeit und viel Geld. Wenn ich heute auf eine Hochzeit eingeladen bin, dann genieße ich es, da ich den Aufwand dahinter kenne. So ist es auch mit den Vorträgen. Du bezahlst um die 300 Euro für das Ticket und bekommst hervorragend ausgearbeitete Vorträge präsentiert. Alleine dafür lohnt sich der Besuch auf der Contentixx.

Jennifer Lapp – wirkungsvolles Content Marketing mit wenig Budget

So richtig beantworten wollte Jennifer Lapp die Frage nach der tatsächlichen Höhe des Budgets nicht. Kein Problem. Sie hat am Beispiel von HubSpot das Growth Content Framework ERST erklärt. Erfolge definieren. Content-Recherche. Skalierbare Prozesse. Content strategisch teilen.


Christoph Gruhn & Marco Janck – SUHR

SUHR vs. SEO! Diese harte Abgrenzung existiert nur in unseren Köpfen. Nur weil sich jemand der SUHR-Taktiken bedient, ist er nicht gleich dort zu verorten. Es gibt auch SEOs, die Schindluder treiben und ihre Kunden abziehen. Interessanter Talk, wenn auch etwas unkritisch.

Nedim Sabic – Content in Online-Shop. Mit genialen Kategorie Texten zu mehr Umsatz.

Kategorietexte zahlen ins Branding Deiner Seite ein. Das bedeutet aber auch, dass Kategorietexte nicht günstig eingekauft werden sollten. Das Wording ist entscheidend. Gerade das Anteasern des Kategorietextes oberhalb der Produkte muss sitzen. Hier empfehle ich einen Werbetexter.

Felix Beilharz – Content Marketing mit Büchern. Insights aus Produktion, Seeding und Wirkung

Mit Büchern kannst Du in erster Linie kein Geld verdienen. Wissen wir. Was der Autoritätsboost allerdings bewirken kann und wie Bücher zur Generierung von Umsatz eingesetzt werden können, war mir in der Form nicht klar. Bücher rocken und Felix hat es auch gerockt.

Martin Brosy – Content ist ein Asset!

Redakteur:innen sollten nicht für weniger als 50 Euro die Stunde arbeiten. Wird mit dem Kunden ein Wortpreis von 5 Cent/Wort für einen 800-Wörter-Text vereinbart, hat der Redakteur oder die Redakteurin maximal 48 Minuten Zeit für die Erstellung des Inhalts. Die Nettoschreibzeit liegt unter Berücksichtigung von Recherche, Kundenkommunikation, Bildrecherche, SEO, Lektorat deutlich darunter. Wie soll das gehen?

Weitere Vorträge im ausführlichen Recap



Mein Fazit zur Contentixx 2021

Wie bereits eingangs erwähnt war die Contentixx anders. Viele haben mir das im Gespräch bestätigt. Ob anders gleich schlecht ist, möchte ich nicht beurteilen. Mir persönlich hat es gefallen und ich konnte das ein oder andere Keylearning für mich mitnehmen. Neue Leute konnte ich ebenfalls kennenlernen, und das Beste: Freunde wiedertreffen.

Marco Janck tut ungemein viel für die OM-Szene. Dafür werde ich auch in zehn Jahren noch dankbar sein. Seine Perspektive und seine Events haben mich geprägt. Allein deshalb versuchen wir mit impulsQ seinen Weg zu unterstützen. Egal ob nun als Speaker, Teilnehmer oder Sponsor. Es geht nicht immer nur ums Nehmen, sondern auch ums Geben.

In diesem Sinne – eine gelungene Veranstaltung!

Martin Brosy
Ich bin vielleicht nicht SEO der ersten Stunde, aber zumindest schon seit 2010 mit von der Partie. Seitdem hat sich im Online Marketing viel getan. Google avanciert von Jahr zu Jahr zu einer Suchmaschine, die den Nutzer immer besser versteht. Search Experience Optimization wird komplexer und sollte als Teildisziplin immer mit am Tisch sitzen. Damit ich den Wandel nicht verschlafe und für unsere Kunden adäquat arbeiten kann, halte ich im Jahr weit mehr als zehn Vorträge zu den Themen Online Marketing und Content Distribution, lasse meine Expertise zertifizieren und schreibe regelmäßig hier im MEGA-Magazin. Privat mache ich gerne Ausdauersport, schaue jedes Rennen unserer deutschen Biathleten und bin Papa einer kleinen Tochter.

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