Inhaltsverzeichnis

Link Audit: Mach es dir selbst oder überlasse es doch lieber einem Profi

Am Ende findest du ein ausführliches Linkaudit Beispiel!

Bei einem Audit handelt es sich um eine Bestandsaufnahme. Der sogenannte Auditor soll zum Beispiel den Fortschritt eines Projektes ermitteln oder die Finanzlage einer Firma checken. Bei einem Link Audit wird hingegen das Linkprofil einer Website analysiert. Aus diesem Ist-Zustand lassen sich verschiedene Implikationen für weitere Strategien ableiten, um das Linkprofil zu stärken. Mögliche Schwachstellen (z.B. ein unnatürlich schnelles Linkwachstum, Toxische Links…) werden bei einem Link Audit identifiziert und Vergleiche mit der Konkurrenz durchgeführt. So bekommst du am Ende einen guten Überblick zu deiner aktuellen Linksituation und kannst deine Maßnahmen danach ausrichten.

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Ich zeige dir im Folgenden, mit welchen Tools du einen Link Audit systematisch durchführen kannst. Auch deine Erinnerungen vom Pausenhof könnten dir noch nützlich sein. Allerdings will ich eines schon vorweg klarstellen: Man braucht viel Erfahrung, um die richtigen Schlüsse aus einem Link Audit zu ziehen. Die Zusammenarbeit mit einem Fachmann ist praktisch unerlässlich, wenn man wirklich alle Geheimnisse entschlüsseln und den operativen Aufwand einer gründlichen Analyse stemmen möchte.

Am ende gebe ich dir ein ausführliches Beispiel für ein durch uns durchgeführtes Linkaudit.

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Know your Metrics: So entwickelst du ein Gefühl für deine Kennzahlen

Wenn du noch nie einen Link Audit durchgeführt hast, werden dir die ganzen Metriken zur Bewertung von Websites noch etwas komisch vorkommen. Tatsächlich muss ich sagen, dass jede Kennzahl ihre Stärken und Schwächen hat. Viele werden erst im Vergleich mit der Konkurrenz aussagekräftig. Schließlich musst du dich nicht allgemein mit den größten Websites des Internets messen, sondern deine Mitbewerber „ausstechen“, die um die gleichen Keywords konkurrieren.

Es gibt zahlreiche Tools, die dir spannende Kennzahlen liefern und dich nicht nur bei der Bewertung deiner eigenen Seite unterstützen. Sie lassen auch Konkurrenzanalysen zu und das Backlinkprofil möglicher Linkgeber kannst du ebenfalls durchleuchten. Es bietet sich an, über eine längere Zeit mit den gleichen Tools zu arbeiten, da man die Entwicklung der Kennzahlen auf diese Weise besser einschätzen kann.

Diese Tools kann ich dir für einen Link Audit sehr empfehlen:

  • ahrefs
  • Majestic
  • LRT
  • SEMRUSH
  • XOVI

Mit diesem SetUp kannst du die wichtigsten Fragestellungen rund um den Zustand deines Backlinkprofils beantworten. Jedoch solltest du beachten, dass viele der Kennzahlen, die mit diesen Tools ermittelt werden können, stark aggregierte Sichtweisen darstellen. Du musst bei einem Link Audit noch tiefer graben, um die Ursachen zu erforschen und passende Maßnahmen auszuwählen. Dafür braucht es aber viel Erfahrung und ein gutes Gespür für hochwertige und minderwertige Backlinks.

Welche Kennzahlen soll ich checken?

Bild: Das GIF zeigt die wichtigsten Metriken, die du bei deinem Link Audit berücksichtigen solltest. Quelle: MEGA

Für den Start empfehle ich dir, dass du dir erstmal die folgenden Metriken ausgeben lässt, um einen ersten Eindruck von der Stärke deines Linkprofils zu erhalten:

Das Domain Rating von ahrefs ist eine gute Möglichkeit, um auf einen Blick einzuschätzen, wie vertrauenswürdig eine Seite ist. Diese Vertrauenswürdigkeit lässt sich hauptsächlich auf das zugrundeliegende Backlinkprofil zurückführen und gibt dir einen ersten Eindruck davon, wie stark aktuell das SEO-Potential deiner Seite ist.

Der Trust Flow (TF) und Citation Flow (CF) sind die hauseigenen Metriken von Majestic. Allgemein lässt sich sagen, dass der TF die Autorität deiner Links beurteilt, während der CF die Stärke außen vor lässt und sich nur die absolute Zahl der Links/Unternehmensnennungen anschaut. Den Quotienten aus TF und CF musst du selbst errechnen. Werte ab 0,5 gelten als gut.

Weitere aggregierte Kennzahlen liefert dir LinkResearchTools (kurz: LRT). Der LRT Power und LRT Trust sind von 0 bis 10 skaliert und sind ebenfalls für einen Quick-Check geeignet. Der Power-Wert zeigt, dass deine Seite viele starke Backlinks hat. Mit dem Trust-Wert wird ermittelt, ob diese Backlinks auch von vertrauenswürdigen Seiten stammen.

Gehen die Metriken stark auseinander, hast du vielleicht ein paar richtig starke Links im Portfolio, es mangelt dir aber an vertrauenswürdigen Quellen (z.B. Uni-Seiten oder Wikipedia). Andersherum kann ein Linkprofil wenig Power haben, aber es sind keine toxischen Backlinks dabei. Mit der Multiplikation der beiden Metriken erhältst du eine weitere Kennzahl: LRT Power*Trust. Damit sagt dir LRT gewissermaßen, dass ihrer Ansicht nach beide Faktoren ähnlich wichtig sind.

Im ersten Step solltest du dir auch direkt die Domainpopularität deiner Seite anschauen. Diesen Wert liefert dir ebenfalls LRT. Dort wird die Metrik DomPop genannt. Es handelt sich um die Menge der verweisenden Domains auf deine Seite. Bekommst du hunderte Backlinks von einer Seite, was schnell mal passiert, wenn du z.B. im Footer verlinkt wirst, geht der DomPop trotzdem nur um 1 nach oben. Auf diese Weise kannst du checken, wie breit aufgestellt dein Linkprofil ist.

Die gesamte Zahl der Backlinks ist nicht wirklich relevant. In vielen Fällen wird es so sein, dass nur eine Handvoll Backlinks für etwa 90% der Power deiner Seite verantwortlich ist. Die Metriken einer Seite werden teilweise sogar nur von einem einzigen Link gepusht. Fällt dieser Weg, stürzen alle Zahlen in den Keller. Mit einem Link Audit versucht man solche Sollbruchstellen zu identifizieren, um sich vor so einem Szenario zu schützen.

Domain vs. Page – warum lohnt sich ein Blick auf jede Seite?

Die von mir genannten Kennzahlen kannst du nicht nur für deine Startseite, sondern auch für jede einzelne Unterseite abrufen. Jede URL könnte eigene Backlinks haben und daher besser oder schlechter performen als andere Unterseiten deiner Website. Hole dir also nicht nur die Werte für deine Startseite, sondern auch für jede (wichtige) Unterseite, bzw. betrachte die ganze Domain und nicht nur Teile davon.

Tipp: Bei einem kleinen Projekt kannst du deine Unterseiten noch manuell erfassen. Über die Eingabe von “site:deinewebsite.de” kannst du bei kleinen bis mittleren Projekten schnell schauen, welche Seiten eigentlich im Google-Index sind. Hast du tausende Unterseiten, empfehle ich dir den Screaming Frog. Dieses Tool kann wirklich jede URL aufspüren, die irgendwo auf deiner Seite versteckt ist.

Es ist zu erwarten, dass die meisten Metriken deiner Startseite in der Regel besser sind als die deiner Unterseiten. Das hat verschiedene Gründe:

  • viele Backlinks zeigen auf die Startseite einer Website
  • selbst wenn Unterseiten Backlinks aufbauen, zeigt meist von jeder Unterseite wieder ein Link auf die Startseite, sodass die Power weitergegeben wird
  • umgekehrt sind aber nicht alle Unterseiten einer Website mit einem Klick von der Startseite verlinkt, sodass die Startseite mehr eingehende als ausgehende Links hat

Allerdings ist es auch denkbar, dass du ein richtig cooles Content-Piece kreiert hast (z.B. eine kontroverse Studie), das von vielen Quellen aufgegriffen wurde und somit mehr eingehende Backlinks hat als der Rest deiner Seite. Manchmal passiert das ausgerechnet auf Seiten, mit denen du eigentlich gar keine Rankings erzielen möchtest oder das Suchvolumen ist schlichtweg sehr klein.

Solche Juwelen möchtest du in deinem Link Audit aufspüren, denn du kannst durch interne Verlinkungen mit passenden Ankertexten die Power an andere Unterseiten weitergeben, die du in den Suchergebnissen gerne weiter vorne sehen würdest. Selbst wenn es sich um ein Thema handelt, das bald schon nicht mehr aktuell ist (z.B. ein Spielplan für die Fußball-EM), werden die Backlinks trotzdem erhalten bleiben und können noch nützlich für dich sein.

Jeder hochwertige Backlink, der auf deiner Seite eingeht, ist wertvoll. Wenn die Power nicht dort entsteht, wo du es dir wünschst, kannst du sie ja immer noch über die interne Verlinkung steuern. Oder du stattest die stark verlinkte Seite mit mehr Keywords aus und versuchst, bestimmte Suchbegriffe anzugreifen.

Tipp: Dokumentiere in Excel, wie sich deine Metriken verändern!

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In regelmäßigen Abständen solltest du deine Website einmal durch diese Tools laufen lassen, um die aktuellen Metriken abzurufen. Diese solltest du in einer Excel- oder Google-Docs-Tabelle notieren, um die Entwicklung im zeitlichen Verlauf zu dokumentieren. Manche Tools bieten dir historische Daten an, aber das reicht nicht! Schließlich möchtest du die Entwicklung aller Daten auf einen Blick sehen und dafür musst du sie an externer Stelle einmal zusammentragen.

Auf diese Weise entwickelst du langsam ein Gespür für deine Kennzahlen und kannst beurteilen, ob sie sich positiv oder negativ entwickeln. Idealerweise setzt du diese auch ins Verhältnis zu besser platzierten Seiten, um einzuschätzen, ob du mit deinem aktuellen Backlinkprofil konkurrenzfähig bist. Deine Top-Konkurrenten haben also auch einen Platz in deiner Excel-Tabelle verdient.

So findest du heraus, ob du eher am Content arbeiten musst oder mehr Backlinks benötigst, um weiter nach oben zu kommen. Spoileralarm: Meistens ist ein Zusammenspiel beider Maßnahmen erforderlich! Außerdem sicherst du dich mit gezieltem Linkaufbau gegen Konkurrenten ab, die jetzt vielleicht noch gar nicht auf der Bildfläche sind.

Die Ursachenforschung: Jetzt wird’s deep!

Nachdem du zunächst die Basics analysiert und dokumentiert hast, kannst du in der Folge noch tiefer einsteigen. Jetzt solltest du einzelne Backlinks sowie weitere aussagekräftige Kennzahlen genauer unter die Lupe nehmen.

Beschäftige dich unbedingt mit folgenden Daten:

  • Geschwindigkeit des Linkaufbaus (Link Velocity)
  • Anteil der nofollow-Links
  • Muster in den Ankertexten
  • Art und Stärke der Backlinks

Du solltest diese Analyse erneut nicht nur für deine Seite durchführen, sondern auch immer deine Konkurrenten durchleuchten. Viele SEOs sind der Meinung, dass der Google Algorithmus ein Stück weit so funktioniert, dass Websites zu Gruppen zusammengefasst werden. Das ist so ein bisschen, wie früher auf dem Pausenhof… Da warst du ja auch nicht “cool”, wenn du keine Pokémon-Karten gesammelt hast (oder was zu deiner Zeit eben angesagt war). Du solltest dich also immer ein bisschen an der gut rankenden Konkurrenz orientieren und dich an diese “Clique” dranhängen.

Beispiel: Verkaufst du Angelzubehör, ist es erwartbar, dass du Links von Männermagazinen, Outdoor-Websites und ähnlichen Quellen erhältst. Es kann ratsam sein, die gleichen Linkquellen nachzubauen, um deine Zugehörigkeit zu der “Clique” für den Google Algorithmus offensichtlich zu machen.

Geschwindigkeit des Linkaufbaus (Link Velocity)

Ein natürliches Linkprofil wächst langsam und kontinuierlich. Aber Google weiß auch, dass es mal kurzfristige Peaks geben kann. Deshalb kann man sich darüber streiten, ab wann der Linkaufbau zu schnell ist und wann man durchaus noch offensiver vorgehen könnte.

Hier lautet wieder der Tipp: Orientiere dich an der Konkurrenz! Die Link Velocity – also die Geschwindigkeit des Linkaufbaus – ist ein fester Bestandteil von LRT. Ermittelst du nur die Zahl der Backlinks zu deiner Website, ist das eine Größe ohne Gegenwert. Im Vergleich zur Konkurrenz wird aber schnell sichtbar, ob du eher passiv oder aggressiv Links aufbaust.

Du kannst nicht wissen, was die Gründe für den schnellen Linkaufbau deiner Konkurrenz sind. Genauso wenig kannst du an den nackten Zahlen ablesen, ob dein Mitbewerber vielleicht gezielt Links in der Search Console entwertet hat. Daher solltest du möglichst viele Konkurrenten analysieren und die Entwicklung im Zeitverlauf beobachten.

Anteil der nofollow-Links

Eine offensiv geführte Linkaufbau-Strategie zeichnet sich in der Regel dadurch aus, dass wenig nofollow-Links generiert werden, weil diese angeblich nichts bringen. Ein Mitbewerber, der fast ausschließlich nicht gekennzeichnete Links dazu gewinnt, könnte dir wirklich gefährlich werden. Vor allen Dingen dann, wenn Google nichts bemerkt.

Auch hier gilt, dass du den Querschnitt deiner Konkurrenten als Benchmark ansehen solltest. Nur weil ein Betreiber einer Website auf einmal wie verrückt Links aufbaut, musst du nicht direkt nachziehen. Bist du aber derjenige in den SERPs, der am langsamsten (oder gar keine) Links aufbaut und geht dein sogar Ranking eher zurück, musst du vielleicht ein bisschen aktiv werden, um deine Positionierung festigen bzw. zu verbessern.

Muster in den Ankertexten

Die Bedeutung von Ankertexten ist bei der Suchmaschinenoptimierung sehr hoch, weil Google auf diese Weise Informationen erhält, was das Thema der verlinkten Seite ist. Natürlicher Linkaufbau zeichnet sich dadurch aus, dass die Ankertexte in der Regel variieren und auch mal so gestaltet sind, dass es nicht so aussieht als sei hier ein SEO am Werk gewesen.

Sind fast alle Ankertexte hart auf Keywords optimiert, könnte das bei Google langfristig zu Problemen führen. Aber auch Ankertexte, wie “Website”, “Link” oder “hier” können negativ auffallen, wenn sie sich häufen. Zumindest verschwendest du somit eine Menge Potential. Versuche hier einen guten Mix hinzubekommen und schau dir vor allen Dingen an, was deine Konkurrenten treiben.

Häufen sich Ankertexte, bei denen der Name (also z.B. “Max Mustermann”) als Linktext fungiert? Dann kannst du dir fast sicher sein, dass dein Konkurrent viele UGC-Links hat (z.B. Blogkommentare). Über die Auswertung der Ankertexte kannst du also schon ganz gut einschätzen, ob dein Linkprofil bzw. das Linkprofil deiner Konkurrenz breit gefächert ist oder auf einer eher wackeligen Basis steht.

Google erwartet bestimmte Ankertexte in einem spezifischen Umfeld. Links in Pressemitteilungen oder Branchenbüchern tragen oft den Anker “zur Website”. Backlinks aus Blogkommentaren sind häufig mit dem Namen der Firma oder sogar des Kommentierenden selbst versehen. Es ist nicht clever, wenn du von diesem Muster abweichst. Blogkommentare mit dem Ankertext “Jetzt E-Zigaretten online kaufen” passen nicht ins Umfeld und sind spammy.

Art und Stärke der Backlinks

Das ist jetzt wirklich die Königsdisziplin. Wenn dein Link Audit richtig gut werden soll, musst du die stärksten Links deiner Seite und von deiner Konkurrenz auf Herz und Nieren prüfen. Folgenden Fragen solltest du dabei auf den Grund gehen:

  1. Was sind die Top-Backlinks (hoher DR, viel Traffic etc.)?
  2. Welche Backlink-Quellen treten am häufigsten auf (z.B. Gastartikel, Forenlinks etc.)?
  3. Welche Links hat “jeder” aus der Branche in seinem Linkprofil?

Das Tool ahrefs eignet sich perfekt dazu, um die stärksten Links einer Seite herauszufinden. Du kannst nach DR oder Traffic sortieren, was sehr praktisch ist. Schließlich ist nicht nur die Autorität einer Seite entscheidend. Google liebt es, wenn über einen Link auch wirklich Traffic kommt, denn nur dann erfüllt er auch wirklich seinen Zweck.

Bild: Am Beispiel von bild.de kannst du sehen, wie du mit ahrefs die wirklich wichtigen Backlinks identifizieren kannst. Du bekommst viele Insights, die du bei der Analyse mit einbeziehen kannst. Quelle: Screenshot von ahrefs

Die Top-Links solltest du nach ihrer Art klassifizieren. Handelt es sich um Gastartikel auf Branchenmagazin oder um Links von Tageszeitungen? Oder steht das Linkprofil eher auf einem Fundament aus Q&A-Links? Die zentrale Frage lautet: Kann man die Stärken der Konkurrenz nachahmen, um sie ihres Vorteils zu berauben?

Bei dieser tiefen Analyse werden dir mit Sicherheit auch einige Seiten über den Weg laufen, von denen fast alle deiner Konkurrenten einen Backlink haben. Dann sind wieder wieder bei der Gruppenzwang-Theorie und du solltest dich darum bemühen, auch Links von diesen Quellen zu erhalten. Und sind wir mal ganz ehrlich: Wenn fast jeder einen Backlink dieser Seite hat, wird es nicht so schwierig sein, dass dir das auch gelingt.

Vielleicht wirst du auch feststellen, dass einige Backlinks auf Unterseiten zeigen, die du inzwischen umbenannt oder offline genommen hast. Wenn du keine 301-Weiterleitung eingerichtet hast, zeigen diese Backlinks ins Leere und ihre SEO-Power verpufft. Handelt es sich um wünschenswerte Links, kannst du eine 301-Weiterleitung einrichten. Für WordPress-User gibt es dafür verschiedene Plugins. Als Profi kann man sich auch an die .htaccess-Datei heranwagen.

Nach einer Zeit solltest du den Link wieder in ahrefs checken. Hat alles geklappt, wird ein kleines 301-Symbol angezeigt, sodass klar wird, dass dein Backlink nicht mehr ins Nichts zeigt, sondern bei der gewünschten Seite ankommt. Wie das aussieht kannst du oben im Screenshot in der 7. und 8. Zeile nachschauen.

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen…

Beim Link Audit stechen dir vielleicht direkt ein paar Links ins Auge, die du dir auf keinen Fall in deinem Linkprofil wünschst. Die gute Nachricht lautet: Google gibt dir über das Disavow-Tool die Möglichkeit, schlechte Links auszusortieren. Die schlechte Nachricht dabei: Es ist superaufwändig, manchmal nicht ganz eindeutig und Google möchte auch nicht, dass du das Tool übermäßig stark verwendest.

Bild: So sieht das Disavow-Tool von Google aus. Das Wort “disavow” steht für “verleugnen”. Du verleugnest bestimmte eingehende Links, z.B. weil du vermutest, dass sie rufschädigend eingesetzt werden. Quelle: Screenshot aus der Google Search Console

Du hast es bestimmt gemerkt: Die Headline dieses Abschnitts spielt auf das Märchen Aschenputtel an. Dem Mädchen wurde damals die gemeine Aufgabe zuteil, gute Linsen von schlechten Linsen zu trennen. Aschenputtel hatte damals die Hilfe von vielen Tauben, die ihr bei der kleinteiligen Arbeit geholfen haben.

Daher lautet mein Tipp: Hole dir für diese Arbeit auch Hilfe! Nur ein Profi kann wirklich ganz sicher beurteilen, was ein schlechter Link ist und ohne operative Unterstützung kannst du dich kaum durch die ganzen schadhaften Links kämpfen, die sich vielleicht im Laufe der Zeit angesammelt haben. Ein solcher Profi kann dir auch dabei helfen, eine Disavow-Datei ohne Fehler zu erstellen. Sonst erklärst du vielleicht versehentlich die falschen Links für ungültig.

Nur weil ein Link nicht gut ist, heißt das nicht, dass er dir schadet. Ich würde dir raten, dass du das Disavow-Tool nur einsetzt, um klare Fälle zu behandeln. Die meisten schwachen Links bringen dir zwar nichts, schaden aber auch nicht. Es wäre nicht ratsam, mit der übermäßigen Verwendung des Tools “schlafende Hunde zu wecken”. Sonst gerätst du vielleicht unnötig in den Fokus von Google.

Fazit: Nach dem Link Audit ist vor dem Maßnahmenplan

Infografik: MEGA

Hast du dich durch deinen Link Audit gekämpft? Dann hast du jetzt deine Grundlage, um darauf aufbauend die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Je ausführlicher und gewissenhafter du deinen Link Audit durchgeführt hast, desto besser ist deine Basis für die nächsten Steps. Sind dir aber Fehler unterlaufen, wählst du vielleicht die falsche Marschroute.

Ich vergleiche das immer gerne mit einem Schiff, das den Kurs um ein paar Grad falsch eingestellt hat. Am Anfang gibt es noch keine Probleme. Aber nach einiger Zeit ist man soweit vom Ziel abgekommen, dass man dies nur schwierig wieder korrigieren kann.

Daher lauten meine dringenden Empfehlungen zum Abschluss dieses Beitrags:

  1. Führe selbst einen Link Audit durch, aber lasse am besten auch einen Experten darauf schauen oder eine eigene Analyse durchführen. Du kannst dann ja deine Ergebnisse zum Vergleich daneben legen.
  2. Die Veränderungen müssen kontinuierlich erfasst werden. Das kostet Zeit, ist aber unabdingbar, um deine Strategie zu verifizieren. Je schneller du Links aufbaust, desto häufiger solltest du eine Standortbestimmung durchführen.
  3. Vergiss nicht deine Konkurrenz. Viele Seitenbetreiber sparen sich nach einiger Zeit die Konkurrenzanalyse und gehen davon aus, dass dies ihr Strategie nicht ändern. Wenn du es richtig angehen willst, musst du auch deine Mitbewerber immer wieder unter die Lupe nehmen.

Mit dem hier erlangten wissen, werfe einen Blick auf unser Linkaudit Beispiel. Danach wirst du die Theorie besser verstehen.

Linkaudit – Beispiel

Ich möchte dir in wenigen Schritten den Ablauf und die wichtigsten Inhalte eines Linkaudits skizzieren. Es handelt sich um ein echtes Beispiel aus unserem Agenturalltag. Einige Dinge werde ich weglassen und andere Punkte nicht bis ins kleinste Detail mit dir besprechen. Mir geht es darum, dass du verstehst, wie ein Linkaudit in groben Zügen aufgebaut ist. Im besten Fall erkennst du, wie notwendig ein Linkaudit ist und das es keinen Sinn macht, ohne Plan Links aufzubauen. Für das hier gezeigte Beispiel wurden 20 Stunden Arbeitszeit in Rechnung gestellt. Ein Betrag, der sich für den Kunden lohnt und ihn vor Fehlentscheidungen schützt. Zudem bildet das Linkaudit die Grundlage für unsere Arbeit und sorgt für Transparenz beim Kunden.

Ohne Linkaudit verschenkst du Ressourcen. Anstelle eines Plans rutscht die Hoffnung an erster Stelle. Das solltest du vermeiden. Investiere zu Beginn deines Linkaufbaus immer etwas Zeit oder Geld in ein Linkaudit, um auch die Konkurrenz zu analysieren und Ziele zu definieren. Google darf vom Linkaufbau nichts merken. Das ist das oberste Gebot.

Schritt 1 – Ist-Zustand analysieren

Bild: Der Kunde ist in Deutschland noch nicht aktiv. Das beweisen die Zahlen zum organischen Traffic und die Anzahl der bestehenden Keywordrankings. Die Anzahl der verweisenden Domains ist im Jahr 2020 stark angestiegen. Im Jahr 2021 ist ein deutlicher Rückgang erkennbar. Die Backlinks scheinen auch nicht sonderlich stark zu sein, denn der Kunde besitzt nur wenige TOP10-Rankings. Bildquelle: Screenshot Ahrefs

Zu Beginn eines Linkaudits steht die Ist-Analyse. Hier geht es nicht um eine Wertung der bereits umgesetzten Maßnahmen, sondern um eine nüchterne Betrachtung des Status Quo.

Ohne Ist-Analyse ist eine Zielformulierung nicht möglich, denn Ziele sollten realistisch sein. Nur wie möchtest du das beurteilen, wenn du den aktuellen Stand nicht kennst. Ohne Zielformulierung kannst du nichts über deinen Erfolg des Linkaufbaus sagen. Wenn du dir jetzt noch vor Augen führst, dass Backlinks nicht günstig sind, wird die Notwendigkeit eines Linkaudits zum No-Brainer.

Als Online Marketing Agentur betreuen wir Kunden, die schlechte Erfahrungen mit anderen Agenturen gemacht haben. Die Schuld liegt jedoch nicht selten auch beim Kunden, denn um Geld zu sparen, wird oftmals auf ein Linkaudit verzichtet. Der Kunde ist mit den Ergebnissen des Linkaufbaus unzufrieden und verlässt die Agentur. Dabei ist die Lösung einfach, spare nicht am Linkaudit. Der Fahrplan ist essenziell für eine erfolgreiche Backlinkkampagne.

Schritt 2 – Marktumfeld

Bild: Beim blauen Punkt handelt es sich um den Kunden. Es fällt sofort auf, dass die Konkurrenz deutlich mehr Besucher pro Monat über die organischen Suchergebnisse bekommt. Der Lila-Mitbewerber zieht alleine über Google 53.700 Besucher im Monat auf seine Seite. Hier lässt sich das Potenzial für unseren Kunden ablesen und in der Zieldefinition berücksichtigen. Bildquelle: Screenshot Semrush

Anhand eines Keywordsets werden die Mitbewerber definiert. Das Keywordset kannst du als Kunde vorgeben oder wir als Agentur erarbeiten die für dich relevanten Keywords.

Wir haben im Beispiel die Daten von vier Konkurrenten untersucht und mit ins Linkaudit einbezogen. Beim Marktumfeld geht es in erster Linie darum, dass wir ein Gefühl für die Branche bekommen und die Mitbewerber mit dem Kunden vergleichen.

Bild: Der Lila-Wettbewerber besitzt viel Direct-Traffic. Das sind treue Besucher, die die URL direkt in den Browser eingeben. Daraus lässt sich ableiten, dass der Mitbewerber einen sehr guten Kundenservice anbietet, den Suchintent trifft und im Vergleich zu den anderen Konkurrenten eine Brand aufgebaut hat. Der orange Wettbewerber zieht seinen Traffic zusätzlich über Backlinks (Referral). Über die organische Suche beziehen lediglich drei Mitbewerber (Grün, orange, lila) erwähnenswerte Trafficzahlen. Es ist zwar keine Überraschung, aber unser Kunde (Blau) spielt bei den Traffic Sources keine Rolle. Hier werden wir mit den richtigen SEO-Maßnahmen enorme Erfolge erzielen können. Bildquelle: Screenshot Semrush

Im Auge des Kunden klingen die Fakten nicht schön. Eventuell haben sie bereits einen SEO eingestellt und die Konfrontation mit dem Linkaudit lässt ihn nicht gut dastehen. Die Art der Kommunikation ist entscheidend. Es geht nicht darum jemanden vorzuführen, sondern um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Fingerspitzengefühl ist gefragt.

Schritt 3 – Keywordbewertung

Bild: Neben der aktuellen Position eines Keywords in den SERPs ist der Blick auf die historische Entwicklung interessant. Der Verlauf gibt darüber Auskunft, wie Google die Unterseite zum Keyword einschätzt. Im Beispiel sind die Rankingpositionen sukzessiv zurückgegangen. Kein gutes Zeichen. Der Kunde sollte hier das Onpagefundament stärken, bzw. prüfen. Ist der Content relevant für die Zielgruppe? Passen die Ladezeiten? Sind der Meta-Title und die Meta-Description optimiert worden? Wurde mit Contentformaten gearbeitet? Wurden Listen, Aufzählungen und Zwischenüberschriften verwendet? Linkaufbau stößt an seine Grenzen, wenn die Basis nicht stimmt. In dem Fall würden wir den Kunden darauf hinweisen, dass er die Unterseite überarbeiten sollte. Bildquelle: Screenshot Semrush

Das Keywordset haben wir bereits ermittelt oder durch den Kunden vorgegeben bekommen. Jedes Keyword muss einzeln bewertet werden. Häufig werden dabei Metriken wie das Suchvolumen, die Keyword Difficulty und der CPC als Indikator für den Wettbewerb berücksichtigt. Diese Daten liefern dir eigentlich nahezu alle kostenpflichtigen Tools. Etwas schwerer wird es bei der Analyse des Suchintents. Dabei ist die Antwort auf diese Frage besonders wichtig. Möchte der Nutzer eine Information konsumieren oder eine Transaktion ausführen? Wo befindet sich der Nutzer innerhalb der Customer Journey? Sucht er nach einer Lösung für sein Problem (Solution Aware) oder möchte er bereits ein konkretes Produkt kaufen (Product Aware). 

Die Bewertung der einzelnen Keywords ist komplexer, als es am Anfang den Anschein macht. Desto detaillierter du hier vorgehst, desto eher steigt die Wahrscheinlichkeit, später die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Bild: Mit ahrefs kannst du dir zu jedem Keyword die Keyword Difficulty anzeigen lassen. Daraus kannst du ableiten, wie schwer eine gute Platzierung in den Suchergebnisseiten zu erreichen ist. Darunter findest du auch eine Empfehlung. Es werden 51 Backlinks benötigt, um in die TOP10 bei Google zu kommen. Die Zahlen alleine sind lediglich eine Orientierung, denn wenn deine Seite sehr stark ist, schaffst du es deutlich einfacher in die TOP10, als wenn du gerade mit deiner Website gestartet bist und kaum Budget zur Verfügung hast. Bildquelle: Screenshot ahrefs

Am Ende kannst du die Daten in eine Tabelle zusammentragen und dann aus der Übersicht heraus entscheiden, für welche Keywords du Links aufbauen möchtest.

Schritt 4 – Dofollow-Nofollow-Ratio vom Kunden

Bild: Unser Kunde besitzt 84% Dofollow- und 16% Nofollow-Links. Die relativen Zahlen alleine sagen noch nichts aus. Wenn wir aber im Verlauf des Linkaudits feststellen, dass die TOP-Konkurrenten prozentual deutlich mehr Dofollow-Links aufgebaut haben, werden wir das beim Linkaufbau für den Kunden berücksichtigen. Bildquelle: Screenshot Semrush

Datengetriebene Entscheidungen im SEO sind dank der hohen Anzahl an Toolanbietern möglich. Früher haben sich Suchmaschinenoptimierer an Faustregeln orientiert und wären beim Kunden eventuell zum Ergebnis gekommen, dass die Anzahl der Nofollow-Links zu gering ist. Die Faustregel lautete – 20% Nofollow und 80% Dofollow. In diesem Abschnitt haben wir zwar aktuell lediglich eine Momentaufnahme, aber unter Berücksichtigung der Auswertung zu den Konkurrenten können wir dann eine klare Empfehlung zum Dofollow-Nofollow-Ratio abgeben.

Schritt 5 – Authority Score von den verweisenden Seiten

Bild: Der Authority Score geht von 0 (Keine Autorität) bis 100 (Hohe Autorität). Es muss nicht zwangsläufig der Authority Score von Semrush herangezogen werden. Der Trustflow von Majestics stellt eine gute Alternative dar. Wir nutzen beide Tools für die Auswertung. Im Screenshot siehst du, dass die meisten Backlinks einen Authority Score zwischen 11 und 40 haben. Im Linkaufbau sollten wir das berücksichtigen und gezielt Backlinks mit einem Authority Score von über 40 aufbauen. Bildquelle: Screenshot ahrefs

Ich habe Eingangs erwähnt, dass ich davon ausgehe, dass die Stärke der Backlinks vom Kunden nicht sonderlich hoch ist. Zumindest habe ich das aus den wenigen Keyword-Rankings abgeleitet.

In diesem Abschnitt geht es darum, die Stärkeverteilung visuell aufzubereiten. Besteht das Linkprofil aus hochwertigen oder minderwertigen Backlinks? Starke Backlinks sind in der Regel teurer im Einkauf und schwerer zu bekommen. Diese Information ist wichtig für die Budgetplanung.

Schritt 6 – Verwendete Ankerarten

Bild: Die Ankertextverteilung sieht auf den ersten Blick natürlich aus. Allerdings müssen die Verteilungen der Mitbewerber mit in die Analyse einbezogen werden. Erst im direkten Vergleich wird ersichtlich, ob die Werte ähnlich die der Konkurrenz sind oder herausstechen. Damit bei Google nicht in der Verdacht einer Manipulation aufkeimt, solltest du dich immer an deine TOP3-Wettbewerber orientieren. Es hat nämlich einen Grund, warum sie soweit oben ranken. Bildquelle: Screenshot ahrefs

Im Agenturalltag kommt es nicht selten vor, dass uns Kunden Ankertexte vorgeben. Logischerweise sind das die Keywords, mit denen sie schnell eine bessere Platzierung erreichen wollen. Das ist aus der Perspektive des Kunden verständlich. Allerdings ist es zu kurzfristig gedacht.

Wenn du zum Beispiel schon deutlich mehr Money-Keywords-Anker als deine Mitbewerber hast, dann wäre es nicht ratsam, weitere Money-Anker zu verwenden. Du willst schließlich nicht aus dem Raster fallen.

Generell kann ich dir aber sagen, dass in Deutschland sehr vorsichtig mit Moneykeywords als Ankertext umgegangen wird. Nach meinem Verständnis zu Vorsichtig. Wenn die Zielseite perfekt zum Moneyanker passt, dann kannst du ruhig offensiver vorgehen.

Schritt 7 – Toxic Links

SEO-Tools wie zum Beispiel SEMRUSH ermitteln einen Toxic-Score. Dieser drückt aus, wie spammy dein Linkprofil ist. Ein hoher Toxic-Score sollte bei dir die Alarmglocken zum Läuten bringen. Hier musst du reagieren. Entweder baust du die Links manuell ab oder du fügst sie zu deiner Disavow-File hinzu.

Hier ist Vorsicht geboten. Bitte nicht stumpf jeden toxischen Link entwerten. Das Tool ist nur ein Tool. Es kommt oft vor, dass zum Beispiel ein Backlink von einer Online Zeitung als toxisch eingestuft wird. Der Link bringt allerdings Traffic und die Online Zeitung hat gute Linkbuilding Metriken. In diesem Fall darfst du dem Tool nicht blind vertrauen und den Link nicht entwerten. Allein für diese Aufgabe ist es sinnvoll, einen Experten zu konsultieren.

Schritt 8 – Gegenüberstellung der Daten

KUNDEWETTBEWERBER 1WETTBEWERBER 2
DR183741
Organic Traffic413,0k7,4k
Referring Domains16486772
Dofollow in %84%63%72%
Nofollow in %16%35%28%
Domain Category60,0% Business
40,0% Entertainment
26,7% Internet & Shopping
22,7% Entertainment
18,6% Business
11,8% Internet
27,8% Cars
19,6% Business
18,1% Computer
Linktype distribution100% Text58,9% Text
40,9 % Image
57,2% Text
42,8% Image
Deeplink-Ratio of link targets60% domain
53,3% subdomain
49,8% subdomain
18,2% domain
67,6% subdomain
8,8% domain
Anchortext distribution50% Brand
20,8% Other
12,5% Money
8,3% Compound
31,6% Money
32,7% Compound
17,8% Brand
26,1% Money
46,8% Other
14,5% Naked
7,3% Compound
Toxic Score0% – Low3,3% – Medium38,2% – High
Tabelle: Ich habe dir exemplarisch die Daten zum Kunden und die zu zwei seiner Mitbewerber aufgelistet. Die Wettbewerber besitzen deutlich mehr Nofollow-Links. Diese könnten wir versuchen nachzubauen. In der Regel sind sie nicht schwer zu bekommen. Besonders auffällig ist auch das Verhältnis von Bild- zu Textlinks. Während unser Kunde nicht eine Bildverlinkung besitzt, haben die Konkurrenten einen Anteil von über 40% Bilderlinks. Mindestens genauso spannend ist das Deeplink-Ratio. Die Wettbewerber verlinken deutlich öfter auf eine Unterseite. Wahrscheinlich besitzen sie einen Magazin-, bzw. Blogbereich. Bei den Ankerarten bestätigt sich meine bereits geäußerte Vermutung. Der Kunde kann mehr auf Moneyanker setzen. Der Toxic-Score kann hier eine Falle sein, denn Wettbewerber 2 hat einen sehr hohen Wert. Allerdings wissen wir nicht, ob er die Links bereits entwertet hat. Darüber kann das Tool keine Aussage treffen, denn es hat keinen Zugriff auf die Disavow-File.

Am Ende des Linkaudits stellst du alle Daten gegenüber. Erst jetzt kannst du valide Aussagen zum Linkaufbau treffen und entsprechende Handlungen ableiten. Ohne die Vorarbeit wärst du nie zu diesem Ergebnis gekommen und ich kann dir versprechen, ein Linkaudit lohnt sich immer. Auch wenn du dir viele Sachen als Webmaster bereits denken kannst, erst durch das Linkaudit hast du es schwarz auf weiß.

Linkaudit Beispiel – Mein Fazit

Ich habe versucht, dir schematisch ein Linkaudit darzustellen. Es wurden wichtige Dinge behandelt, allerdings nicht alles bis ins kleinste Detail besprochen. Ich hoffe allerdings, dass du nun einen besseren Eindruck vom Linkaudit hast und du verstehst, warum ein Linkaudit so wichtig ist.

Es verblüfft mich immer wieder aufs Neue, wenn ich merke, was für Entscheidungen aus den Daten abgeleitet werden können. Ich blicke allerdings auf 10 Jahre Linkbuildingerfahrung zurück. Nehme die Interpretation der Daten nicht auf die leichte Schulter. Im Zweifel würde ich immer einen Experten rüber schauen lassen.

Martin Brosy
Ich bin vielleicht nicht SEO der ersten Stunde, aber zumindest schon seit 2010 mit von der Partie. Seitdem hat sich im Online Marketing viel getan. Google avanciert von Jahr zu Jahr zu einer Suchmaschine, die den Nutzer immer besser versteht. Search Experience Optimization wird komplexer und sollte als Teildisziplin immer mit am Tisch sitzen. Damit ich den Wandel nicht verschlafe und für unsere Kunden adäquat arbeiten kann, halte ich im Jahr weit mehr als zehn Vorträge zu den Themen Online Marketing und Content Distribution, lasse meine Expertise zertifizieren und schreibe regelmäßig hier im MEGA-Magazin. Privat mache ich gerne Ausdauersport, schaue jedes Rennen unserer deutschen Biathleten und bin Papa einer kleinen Tochter.